Wolski meint

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Generalmajor a. D. Reinhard Wolski, Dipl.-Ing. (Univ.), ist Experte des Behörden Spiegel und war in seiner letzten Verwendung Chef des Amtes für Heeresentwicklung. (Foto: privat)

Der Beschluss der NATO-Außen- und Verteidigungsminister, die Truppen der Resolute-Support-Mission aus Afghanistan abzuziehen, kam nicht überraschend. Und man kann nur wünschen, dass der Abzug ohne Verluste durchgeführt werden kann.

Der Einsatz in allen Facetten wird im Rahmen der “Lessons Learned” ausgewertet werden, dieses sollte aber nicht nur auf der militärischen Seite, sondern in allen beteiligten Ressorts erfolgen. Dann wird man feststellen, dass von Anfang an die “Civil Campaign” viel zu sehr vernachlässigt wurde.

Zu wenig Polizisten, zu wenig Verwaltungsfachleute, zu wenig Anti-Korruptionsspezialisten und zu wenig Juristen für den Aufbau einer stabilen – nicht unbedingt haargenau westlich orientierten – Ordnung. Notgedrungen mussten die militärischen Kräfte versuchen, diese “non-military tasks” auch zu erfüllen, was schwer ist, wenn man gleichzeitig für die Sicherheit im ganzen Land verantwortlich ist und die afghanische Armee aufzustellen und auszubilden hat.

Ich hatte geschätzt, dass man bei sorgfältiger zivil-militärischer, ziel- und nicht zeitorientierter Planung in einem Zeitraum von ca. 25 Jahren ein stabileres Afghanistan verlassen hätte, als es jetzt der Fall sein wird.

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