Dem Virus im Abwasser auf der Spur

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Mit Abwasseranalysen sollen das Infektionsgeschehen und die Mutationen des Corona-Virus besser nachvollzogen werden. (Foto: BS/Michal Jarmoluk, pixabay.com)

Abwasser kann viel über eine Stadtbevölkerung und ihren Gesundheitszustand aussagen. Forscherinnen und Forscher wollen sich diesen Umstand zunutze machen und so auf die Suche nach Corona-Viren im Abwasser gehen. In dem Projekt “SARS-CoV-2 Genom im Abwasser – Monitoring der Pandemieentwicklung mittels Sequenzierung” versuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von der Technischen Universität (TU) Darmstadt, Mutation des Virus durch Genomanalysen zu identifizieren und Rückschlüsse auf die Verbreitungswege zu ziehen.

Das Projekt unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Lackner, Fachgebietsleiterin Abwasserwirtschaft des Fachbereichs Bau- und Umweltingenieurwissenschaften an der TU Darmstadt, hat zum Ziel, Konzepte und Messverfahren zu entwickeln, mit denen Mutationen des Corona-Virus und deren Verbreitung möglichst großflächig über Abwasseranalysen erfasst werden können. Mit dem Vorhaben soll zu dem das Potenzial von Abwasseranalysen als Informationsquelle für Epidemien ergründet werden. Konkret sieht das Projekt vor, “Probennahmen, Probenaufbereitung und die Sequenziermethoden weiter auf die Matrix Abwasser anzupassen.” Schlussendlich erhofft man sich so, einen Beitrag zu Pandemieeindämmung liefern zu können.

Unterstützung aus der Wirtschaft und dem BMBF

Dazu arbeitet die TU Darmstadt mit dem Wasserwirtschaftsverband Emschergenossenschaft zusammen. Zudem wird das Projektteam von der Firma Endress & Hauser Conducta, die mit ihren Kompetenzen bei der automatisierten Probenahme und -aufbereitung einen Beitrag leisten, und der Firma Thermo Fisher Scientific unterstützt. Thermo Fisher Scientific unterstützt das Team um Prof. Dr. Lackner beratend bei der Auswertung von Sequenzierergebnissen und mit neuen Test-Kits.

Das Forschungsprojekt hat eine Laufzeit von einem Jahr und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Strategie “Forschung für Nachhaltigkeit” (FONA) mit 720.000 Euro gefördert.

Schon Mitte 2020 startete unter der Leitung von Prof. Dr. Lackner das Projekt “Abwasserströme intelligent nutzen –Abwasser als Frühwarnsystem für die Ausbreitung von SARS-CoV-2 am Beispiel Frankfurt am Main”, bei dem ein Konzept zum Nachweis von Corona-Viren im Abwasser entwickelt werden sollte.

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