Mittelfreigabe für die Eurodrohne

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Der Haushaltsausschuss bewilligte 3,1 Milliarden Euro für die Entwicklung der Eurodrohne. (Foto: BS/Airbus)

Unter dem Titel “Entwicklung der Eurodrohne schreitet voran” berichtete das BMVg am 15. April: “Mit der Freigabe von rund 3,1 Milliarden Euro durch den Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages wird Deutschland als eine von vier Programmnationen die Zeichnungsbereitschaft erklären. Nach Abschluss der nationalen Billigungsprozesse auch in Frankreich, Italien und Spanien ist der Weg für das Projekt European MALE RPAS frei.” Dies ist nun also das Ergebnis des langen Prozesses, der vor rund 20 Jahren begann und immer wieder zu möglichen Lösungen – z.B. Eurohawk – sowie deren Beendigung führte. Im Verlauf des Vorgangs wurde sogar das Luftfahrtamt der Bundeswehr gegründet, damit die Zulassungen von Drohnen möglich wurden.

Das Ergebnis ist allerdings doch kein wirkliches Ergebnis, da es die Eurodrohne noch gar nicht gibt – im Gegensatz zur Global Hawk, die bereits für die NATO im Rahmen der auch durch Deutschland finanzierten Alliance Ground Surveillance von Italien aus fliegt. “Als europäische Eigenentwicklung soll die Eurodrohne auch präzise Aufklärungsergebnisse in der Landes- und Bündnisverteidigung aber auch bei Einsätzen zur Krisenvorsorge und Krisenreaktion liefern können”, schreibt das BMVg zur neuen Hoffnung der deutschen Aufklärung. “Die Eurodrohne soll bereits im Grundbetrieb auch im europäischen Luftraum fliegen können. Dadurch können gleichzeitig zum gesteigerten militärischen Nutzen auch wertvolle Erkenntnisse im Umgang mit dieser Technologie gewonnen werden, die auch der zivilen Luftfahrt zu Gute kommen. Langfristig wird die Eurodrohne die Leasinglösungen mit Heron 1 und German Heron TP ablösen.”

Als Hinweis für den weiteren Zeitplan kann die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linken vom 17. Oktober 2019 (Drucksache 19/14165) gesehen werden: “Es wird davon ausgegangen, dass rund 84 Monate nach Vertragsschluss die Auslieferung des ersten Serienluftfahrzeugs erfolgen kann. Der tatsächliche Zeitpunkt ist jedoch abhängig vom Verhandlungsergebnis und dem Zeitpunkt des Vertragsschlusses.”

84 Monate entspricht sieben Jahren. Mit der Auslieferung der ersten Seriendrohne ist also ab 2028 zu rechnen, wenn alles gut läuft. Die Fähigkeitslücke der weitreichenden Aufklärung wurde übrigens durch die Bundeswehr bereits im Kosovo-Krieg erkannt und als dringend zu schließen benannt, vor rund 22 Jahren. Zwischen dem Erkennen einer kritischen Fähigkeitslücke und deren Schließung vergehen in diesem Fall also rund 30 Jahre.

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