Reul stellt neue Cyber-Sicherheitsstrategie vor

0
307
Innenminister Herbert Reul: "Cybersicherheit betrifft alle Ministerien, Organisationen und ist letztlich Aufgabe jedes einzelnen Bürgers. Je besser wir unsere Erkenntnisse und Kompetenzen vernetzen, desto eher können wir Lücken im digitalen Sicherheitsnetz schließen." (Foto: Land NRW/R. Sondermann)

Im Kampf gegen Internet-Kriminalität hat der Innenminister Nordrhein-Westfalens, Herbert Reul, eine neue Strategie der Sicherheitsbehörden vorgestellt. Künftig sollen mehr Cyber-Cops, gezielte Warnungen vor Gefahren durch den Verfassungsschutz sowie eine neue Online-Plattform der Koordinierungsstelle Cybersicherheit dem Treiben Krimineller im Netz Einhalt gebieten.

Um digitale Bedrohungen für die Innere Sicherheit in NRW effizienter abwehren zu können, verstärkt das Landesinnenministerium seine polizeilichen Maßnahmen sowie die des Verfassungsschutzes. Wie wichtig Cybersicherheit sei, habe jüngst noch die Corona-Pandemie offenbart, meint Innenminister Herbert Reul: “Seit Pandemiebeginn findet das Leben noch stärker online statt und das Verbrechen kommt hinterher.” Diese Entwicklung schlägt sich auch in aktuellen Zahlen nieder. So stieg die Netzkriminalität während des Corona-Jahres 2020 um rund 20 Prozent auf über 24.000 Delikte an. Laut Innenministerium der höchste Stand seit fünf Jahren. Wenn online betrogen werde, müsse die Polizei auch online auf Streife gehen, so Reul. 2020 habe die Polizei NRWs darum 78 neue Stellen in der Online-Sachfahndung geschaffen. Dieses Jahr sollen nochmals 31 Stellen hinzukommen.

Bereits im vergangenen Jahr wurde die Koordinierungsstelle Cybersicherheit NRW gegründet, um die die ressortübergreifende Zusammenarbeit zu gewährleisten. Im Innenministerium angesiedelt, bündelt sie als Vernetzungszentrale des Landes Informationen, die auf www.cybersicherheit.nrw nun auch allen Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen sowie Institutionen zur Verfügung stehen. Zum Themenbereich gehören u. a. Passwortsicherheit, Daten-, Identitätsdiebstahl und Wirtschaftsspionage. Außerdem gibt die Plattform Auskunft über Ansprechstellen innerhalb der Landesverwaltung und darüber hinaus. “Unser Ziel ist es, das individuelle Sicherheitsbewusstsein der Bürgerinnen und Bürger zu stärken, damit sie sich sicher im Cyberraum bewegen“, erklärt Reul.

In ihrer Funktion leiste die Koordinierungsstelle gemeinsam mit der Spionage- und Cyberabwehr des Verfassungsschutzes sowie dem Cybercrime-Kompetenzzentrum des Landeskriminalamts einen elementaren Beitrag zur Cybersicherheit in NRW, so das Innenministerium. Die Bedeutung des Landesverfassungsschutzes beim Thema Cybersicherheit werde auch mit Blick auf Bedrohungen aus dem Ausland deutlich. Dieser habe allein im Jahr 2020 110 Unternehmen und Institutionen in Nordrhein-Westfalen vor Angriffsversuchen fremder Nachrichtendienste gewarnt.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here