Von unverständlichen und künstlichen Hindernissen

0
853
Der neue Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach, machte sich durch die persönlichen Gesprächen mit Soldatinnen und Soldaten vor Ort ein Bild über den Zustand der Deutschen Marine. (Foto: BS/Bundeswehr/Julia Kelm)

Der neue Inspekteur der Marine, Vizeadmiral Kay-Achim Schönbach, machte in den vergangenen zwei Wochen seinen Antrittsbesuch in Dienststellen der Seestreitkräfte. Durch diese Besuche bei der Truppe und besonders den zahlreichen persönlichen Gesprächen konnte er Eindrücke über den aktuellen Zustand der Deutschen Marine gewinnen. Begeistert zeigte sich der neue Inspekteur dabei von den Fähigkeiten, der Professionalität und der Motivation der Soldatinnen und Soldaten, die allerdings oftmals eher einen Mangel verwalten müssten statt ihren Kernauftrag zu erfüllen. Bei seinen Besuchen sei er Männern und Frauen begegnet, “die trotz vieler Einschränkungen und manch völlig unverständlicher, in Teilen künstlich geschaffener Hindernisse dranbleiben und durchziehen”. Vizeadmiral Schönbach betonte: “Damit das operative Herz der Marine wieder stabilisiert wird, brauchen wir die technische Modernisierung. Stillstand können wir uns gerade hier nicht leisten.”

Nach dem Besuch beim Marinefliegerkommando twitterte Vizeadmiral Schönbach: “Herausforderungen wohin man schaut – doch die Marineflieger meistern sie mit Engagement & Mut. Beeindruckend! Sind die Planungen zur #Modernisierung erst umgesetzt, werden aus Fliegern Überflieger.” Der Inspekteur war beeindruckt davon, mit welchem Willen und Engagement die gegenwärtigen Schwierigkeiten durch die Marineflieger gemeistert werden. Umso wichtiger sei es jedoch, in den kommenden Monaten alles dafür zu tun, die zwingend notwendigen Modernisierungsplanungen nun auch umzusetzen.

Kritisch twitterte der Inspekteur nach dem Besuch des Einsatzausbildungszentrums Schadensabwehr (EAZS): “Heute beim #EAZS: Was ist da? Ein Klasse-Zentrum mit hochkompetenten Ausbildern & dem Willen zur Leistung. Was ist nicht da? Einheiten & ihre Besatzungen, die hier das #Kämpfen lernen sollen. Häufiger Grund: Verzug bei Instandsetzung etc. Das schwächt die #Marine & damit uns alle.” Die häufigen Verzögerungen bei Instandsetzungen und Auftragsvergaben seien schlichtweg inakzeptabel. Man könne den Eindruck gewinnen, dass mittlerweile selbst das Bauen von Unterkunftsgebäuden eine Herkulesaufgabe geworden sei.

Als ein Fazit seiner Reise sagte Vizeadmiral Schönbach: “Die Männer und Frauen der Marine kämpfen schon seit Jahren mit vielen Unzulänglichkeiten. Klaglos. Sie hören von viel Aufwuchs, Modernisierung und Entlastung. Am Ende wird sich die Lage nur dann bessern, wenn der eingeschlagene Weg hin zur aufgabengerechten Ausstattung der Marine jetzt entschlossen weitergegangen und die Prozesse beschleunigt werden. Und dazu benötigen wir eine angemessene und nachhaltige Finanzierung. Schließlich sollen wir im Ernstfall dieses Land verteidigen und seine Bürgerinnen und Bürger schützen. Ein Grund, den niemand vergessen sollte.”

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here