Weibliche finnische Spezialkräfte

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Anfang April fand die Schulungs- und Auswahlveranstaltung für die Frauen-Spezialkräfte statt. (Foto: BS/Finnische Streitkräfte)

Laut Informationen des finnischen Mediums “yle” rekrutieren die finnischen Streitkräfte aktuell gezielt Frauen für eine Reserveeinheit der Spezialkräfte. “Das Utti Jaeger Regiment kündigte im Januar an, Frauen für die Special Forces Reserve zu rekrutieren”, schreibt yle. “Die Suche war einzigartig in Finnland, da es sich um eine spezielle Bewerbung nur für Frauen handelte.” Rund 300 Frauen haben sich beworben, 50 nahmen bisher am Test teil.

Hintergrund dieser Spezialsuche nach Frauen war, dass die auf Männer ausgelegten Fitnesstests bisher die erfolgreiche Bewerbung von Frauen für die Spezialkräfte verhindert hatten. Dieser Ausschluss aufgrund von rein körperlichen Merkmalen sorge dafür, dass Potential ungenutzt bleibe, erläuterte der Chief of Staff des Utti Jaeger Regiments, Oberstleutnant Jussi Kosonen. Dabei müssten Spezialkräfte eine breite Palette von Fähigkeiten abbilden, weshalb unterschiedlichste Eigenschaften vorhanden sein sollten. Während früher die reine Kraft im Vordergrund stand, wird mittlerweile – auch dank technischer Entwicklungen und Möglichkeiten – mehr Wert auf geistige Qualitäten, Bildung und soziale Fähigkeiten als auf körperliche Fitness gelegt. Kosonen betonte, dass Frauen hier ein enormes Potential einbringen könnten, um die Fähigkeiten der Truppen zu diversifizieren und die Leistung zu verbessern.

Ein Beispiel für den bisher nicht erschlossenen Nutzen sei die Nachrichtengewinnung. In einigen Gesellschaften sei es Frauen verboten mit Männern zu reden. Wertvolle Informationen blieben somit ungenutzt. Kosonen betonte allerdings, es gebe keine Freikarte für Frauen. Bei ihrer Bewerbung sei auch deren Liste mit Anforderungen lang und stelle eine Herausforderung dar, allerdings sei die Gewichtung der Tests verändert. Die neuen Reservistinnen der Spezialkräfte würden nicht in einem eigenen Element zusammengefasst, sondern ihren Dienst gemeinsam mit den männlichen Soldaten leisten.

Norwegen war seinerzeit einen anderen Weg gegangen und hatte bereits 2014 im Versuch eine rein weibliche Jegertroppen gebildet, um den körperlichen Gegebenheiten Rechnung zu tragen. So kann eine Soldatin bei der Kameradenhilfe leichter eine Kameradin als einen Kameraden bergen. Zudem wollten die norwegischen Streitkräfte erproben, welche Vorteile rein weibliche Spezialkräfte erbringen können, es standen beispielsweise schnellere Reaktionszeit oder höhere Belastbarkeit auf der Liste der möglichen Fähigkeiten. Der norwegische Test verlief erfolgreich, weshalb nun auch Finnland mit seinen Reservistinnen für die Spezialkräfte nachzieht.

Australien stellt Typschiff der neuen Supply-Klasse in Dienst

(BS) Am 10. April wurde das australische Versorgungsschiff “HMAS Supply” der neuen Supply-Klasse in Dienst gestellt. Die beiden Schiffe der Supply-Klasse werden von der spanischen Werft Navantia für die Royal Australian Navy gebaut. Diese Klasse basiert auf dem Design der Cantabria-Klasse der spanischen Marine.

Die Schiffe sollen Treibstoff, Trockenladung, Wasser, Lebensmittel, Munition, Ausrüstung und Ersatzteile transportieren, um die eingesetzten Marine- oder Kampftruppen, die weit entfernt vom Hafen auf hoher See für längere Zeit operieren, zu unterstützen. Neben dem Nachschub können die Schiffe zur Bekämpfung von Umweltverschmutzung auf See, zur logistischen Unterstützung der Streitkräfte und zur humanitären Hilfe eingesetzt werden.

Die HMAS Supply besitzt eine Verdrängung von 19.500 Tonnen, eine Länge von 173,9 Metern, eine Reichweite von 11.000 Kilometern bei 13 Knoten sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 20 Knoten. Zum Vergleich: Der Einsatzgruppenversorger Berlin besitzt eine Verdrängung von 20.200 Tonnen, eine Länge von 174 Metern, eine Reichweite von 7.400 km bei 18 Knoten sowie eine Höchstgeschwindigkeit von über 20 Knoten.

Aktuell erlangte der Einsatzgruppenversorger HMAS Supply einen umfassenden Bekanntheitsgrad in Australien, weil bei dessen Indienststellung die Frauentanzgruppe “101 Doll Squadron” auftrat, deren künstlerische Darbietung anscheinend vor allem aus dem Wackeln mit den Hinterteilen bestand. Sogar der australische Premierminister Scott Morrison schaltete sich bereits ein und betonte, dass der Auftritt der Tanzgruppe nicht zum offiziellen Programm der Indienststellung gehört habe, sondern im Vorfeld erfolgt sei.

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