Brennglas Corona-Krise

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Katja Herzog ist Sales Director Public Sector Germany bei Aruba, einem Unternehmen der Hewlett Packard Enterprise (Foto: HPE)

Die Corona-Pandemie stellt unsere Gesellschaft vor ungewohnte Herausforderungen und verdeutlicht nicht nur den digitalen Rückstand des öffentlichen Sektors, sondern auch aller Lebens- und Arbeitsbereiche. Breitband, Wege in die Cloud und allgegenwärtige WLANs sind nur unzureichend ausgebaut. Weder die Internetzugänge zu Hause noch die Kapazitäten in den Schlagadern der Weitverkehrsnetze reichen aus, um die heute so wichtigen Anwendungen wie Videokonferenzen oder Kollaborationssoftware zuverlässig nutzen zu können. Das vielbeschworene Allheilmittel 5G ist mehr Hoffnung denn Realität, eine flächendeckende UMTS-Infrastruktur mit hoher Bandbreite noch ausstehend. Doch woran mangelt es konkret und vor allem: Mit welchen Maßnahmen lässt sich die digitale Transformation in der öffentlichen Verwaltung, im Bildungssektor sowie im Gesundheitswesen trotz dieser Hindernisse beschleunigen?

Immer häufiger sind Termine für Bürgerdienste in der öffentlichen Verwaltung ausgebucht, stellenweise für mehrere Monate. Das verdeutlicht vor allem ein personelles und organisatorisches Defizit sowie auch ungenügende Fortschritte bei der digitalen Abwicklung von Verwaltungsangelegenheiten. Dabei bleibt nur noch wenig Zeit: Bis Ende 2022 verpflichten sich Bund, Länder und Kommunen, zentrale Verwaltungsleistungen über entsprechende Portale auch digital anzubieten. Die Marschroute, die durch das E-Government-Gesetz vorgegeben und durch das Onlinezugangsgesetz (OZG) in einem Umsetzungskatalog inhaltlich wie zeitlich beschritten werden soll, scheitert aktuell jedoch am Prüfstein Corona-Krise. Das aus gutem Grund: Im letzten Jahr mussten zahlreiche Beamte und Angestellte des Öffentlichen Dienstes in den Remote-Betrieb schalten. Mangelte es bereits an der digitalen wie auch personellen Ausstattung im Gemeindeamt vor Ort, so scheiterte die effektive Bearbeitung von Anträgen häufig allein an der Möglichkeit, von zu Hause aus auf die notwendigen Anwendungen zuzugreifen. Zumal die dafür notwendige Durchgängigkeit der Verwaltungsverfahren häufig nicht gegeben war.

Erst die IT-Infrastruktur

Die versäumte Digitalisierung des öffentlichen Sektors lässt sich Post-Corona nur aufholen, wenn es gelingt, die dafür notwendige technische Ausstattung und IT-Architektur bereitzustellen – sowohl vor Ort in den Behörden, öffentlichen Krankenhäusern und Bildungseinrichtungen als auch mobil einsetzbar für den Fernzugang ihrer Mitarbeiter/-innen. Der OZG-Umsetzungskatalog stellt die Anwendererfahrung, also die Akzeptanz der digitalen Verwaltungsleistungen von Bürger(inne)n, ins Zentrum. Der Erfolg digitaler Anwendungen und der zugehörigen Transformationsprozesse der Ressorts wird sich an der Zufriedenheit der Bürger/-innen mit diesen messen lassen müssen: Anwender erwarten schlanke und intuitive Softwarelösungen und digitale Angebote für eine latenzfreie und effiziente Nutzererfahrung. Voraussetzung für eine reibungslose Digitalisierung von öffentlichen Einrichtungen ist jedoch zuallererst eine stabile und effektive Netzabdeckung. Ihre Umsetzung steht und fällt dabei mit einer zuverlässigen Netzwerkinfrastruktur und, damit verbunden, einem nahtlosen und leistungsstarken WLAN-Empfang in allen öffentlichen Einrichtungen und zu Hause.

Digitale Versäumnisse nachholen

Dieses IT-Fundament muss für eine langfristige und nachhaltige Digitalisierung richtig gelegt werden. Die Einrichtung einer schnellen, interoperativen, datenschutzkonformen und vor allem sicheren Infrastruktur lässt den Wunsch nach einem verlässlichen Partner entstehen, der nicht nur die initiale Einrichtung schnell abschließt, sondern über die gesamte Dauer des Netzbetriebs zuverlässig zur Seite steht. Aruba, ein Unternehmen der Hewlett Packard Enterprise, versteht sich hier als kooperativer Partner, der den öffentlichen Sektor mit einer leistungsstarken und sicheren Netzwerklösung in die Lage versetzt, die digitale Transformation voranzutreiben. Auf diese Weise können sich öffentliche Einrichtungen auf ihre Aufgabenbereiche wie beispielsweise die Antragsabwicklung fokussieren und gleichzeitig sicher sein, dass die dafür notwendige IT-Infrastruktur den unterschiedlichsten IT-Betriebskonzepten entspricht. Klar ist auch: Die Digitalisierung des öffentlichen Sektors ist ein Langfrist-Vorhaben, das auch unter dem Gesichtspunkt der Arbeitsplatzattraktivität gesehen werden muss. Die Personallücke im öffentlichen Dienst kann nur geschlossen werden, wenn sich die Kommunen als attraktiver Arbeitgeber zeitgemäß aufstellen: Der Mitarbeiter im Öffentlichen Dienst von morgen ist zwangsläufig ein Digital Native und erwartet von seinem Arbeitgeber eine entsprechend digitale Arbeitsplatzumgebung.

Fazit

Um die Chancen und Potenziale einer effizienten digitalen Verwaltung für Mitarbeitende und Bürger/-innen zu reali­sieren, muss zuerst einmal die IT-Infrastruktur stehen. Poli­tische Digitalisierungskataloge können nicht einlösen, was die Technik nicht hält: Die Kommunen sind hier in der Pflicht, die Netzwerkausstattung über alle öffentlichen Behörden wie beispielsweise Verwaltung, ­Bildung und Gesundheit hinweg zu gewährleisten, was weit über die Ausstattung ihrer Mitarbeiter/-innen mit End­geräten hinausgeht. Wenn Bund und Länder an einem Strang ziehen, werden in Zukunft keine Engpässe und Wartezeiten von Monaten mehr entstehen.

Die Autorin des Gastbeitrags ist Katja Herzog, Sales Director Public Sector Germany bei Aruba.

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