Impfangebot für alle Polizisten

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Die Bundesländer verfolgen unterschiedliche Strategien bei der Impfung von Polizeibediensteten gegen das Corona-Virus. (Foto: BS/alirazagurmani9272, pixabay.com)

Im Rahmen der Freischaltung der Priorisierungsgruppe drei für Corona-Impfungen soll allen Polizeibeamten und -beamtinnen ein Impfangebot unterbreitet werden. Polizistinnen und Polizisten, die durch Tätigkeiten wie Streifen oder Einsätze auf Demonstrationen einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt sind, war bereits größtenteils in Priorisierungsgruppe zwei eine Impfung angeboten worden. Der bisherige Fortschritt und die Strategie für die nun anstehenden Impfungen der übrigen Polizeibediensteten unterscheiden sich dabei jedoch stark zwischen den einzelnen Bundesländern.

Bereits die Anteile der Polizeibeamten, die von den Dienststellen der Länder den jeweiligen Priorisierungsgruppen zugeordnet wurden, weisen erhebliche Differenzen auf. So zählt beispielsweise Niedersachsen 51 Prozent der Mitarbeitenden der Polizei zu Priorisierungsgruppe drei, die Polizei Berlin 32,8 Prozent, Baden-Württemberg 17 Prozent.

Aufgrund der unterschiedlichen Anzahl der Polizisten, die demnach bereits Priorisierungsgruppe zwei zugerechnet worden sind, verläuft auch der Fortschritt der Impfung innerhalb dieser Gruppe unterschiedlich. Während in Niedersachsen und Berlin allen Angehörigen der Gruppe zwei bereits ein Impfangebot unterbreitet werden konnte, konnte in Baden-Württemberg erst 79 Prozent der Polizisten aus Priorisierungsgruppe zwei eine Impfung angeboten werden.

Hohe Impfbereitschaft

Die Polizei Berlin berichtet dabei von einer hohen Bereitschaft zur Impfung unter den Polizistinnen und Polizisten und auch in Niedersachsen wollen rund 89 Prozent der priorisierten Beamten der Gruppe zwei das Impfangebot annehmen. Während einige Bundesländer wie Sachsen keine statistische Erhebung der tatsächlich geimpften Bediensteten vornehmen, heißt es aus Schleswig-Holstein, dass rund 57 Prozent der Beschäftigten bereits eine Erstimpfung erhalten haben. Die Zweitimpfungen sollen im Mai folgen.

Auch die Frage nach polizeieigenen Impfzentren wird von den Ländern unterschiedlich beantwortet. So soll im Saarland für die Impfung der Bediensteten aus Priorisierungsgruppe drei ein eigenes Impfzentrum im Landespolizeipräsidium eingerichtet werden. In Baden-Württemberg soll die bereits bestehende Impfstruktur des Landes genutzt werden. Auch die Polizei Berlin setzt auf die landeseigenen Impfzentren, hat aber ebenfalls bereits ein Konzept für eine potenzielle eigene Einrichtung entwickelt. In Sachsen ist die Impfung durch den polizeiärztlichen Dienst an den Standorten Dresden, Leipzig und Chemnitz geplant.

In Priorisierungsgruppe drei wird weitgehend keine weitere Differenzierung durch die Polizeien der Länder vorgenommen. Die Polizei Berlin unterscheidet innerhalb Priorisierungsgruppe drei jedoch wiederum drei Gruppen: Aufgrund von Fachexpertise unabdingbare Personen, Bedienstete in Führungs- und Schlüsselpositionen sowie Mitarbeiter mit geringem Bürgerkontakt.

In Mecklenburg-Vorpommern sollen nun auch Mitglieder der Freiwilligen und der Berufsfeuerwehr ein priorisiertes Impfangebot erhalten. Gleiches gilt für Niedersachsen, wo ab Mai zudem auch Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe priorisiert werden sollen.

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