Ortung von Streifenwagen der Polizei

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Bei der nordrhein-westfälischen Polizei läuft derzeit ein Pilotprojekt zur Ortung von Streifenwagen. Ziel ist eine bessere Vergabe von Einsätzen. (Foto: Anne Garti, www.pixelio.de)

Im Sommer 2018 startete die Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der fortgesetzten Modernisierung und Vereinheitlichung der Leitstellentechnik (MVL) ein Pilotprojekt zur “Konsolidierung der fachlichen Anforderungen der Funktionalitäten des Global Positioning Systems (GPS) im Einsatzleitsystem eCebius”. Laut Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste NRW (LZPD) handelt es sich bei dem Pilotprojekt formal nicht ausschließlich um ein Landesprojekt, sondern auch um eine Zuarbeit für die bundesweite Arbeitsgruppe “Pilotierung GPS”.

Grundsätzliches Ziel des Projektes ist es, per GPS-Monitoring die Einsatzvergabe zu optimieren und die Eigensicherung der Einsatzkräfte zu verbessern. Das Leitstellenpersonal kann mit dem Verfahren auf einer Karte sowohl die Standorte der Einsatzkräfte als auch deren Status sehen. Dadurch, dass die Entfernung zum Einsatzort dem Leitstellenpersonal übermittelt wird, können Einsätze schneller vergeben und die Kräfteverteilung effizienter koordiniert werden. Dies führt dazu, dass Polizeikräfte schneller an Tat- und Einsatzorten eintreffen können und erhöht somit die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger. 

GPS-Positionierung bei Notrufen bereits im Einsatz

Neben der sicheren und hochverfügbaren Sprachkommunikation ermöglicht der BOS-Digitalfunk auch eine schmalbandige Datenkommunikation, mit der eine GPS-basierte Fahrzeug- und Personenortung der Einsatzkräfte realisiert werden kann. Eine Reihe von BOS-Diensten nutzt die GPS-basierte Fahrzeug- und Personenortung bereits bei der Auslösung von Notrufen der Einsatzkräfte. Durch Betätigung einer Notruftaste am Funkendgerät, wird mit dieser Funktion ein bevorrechtigter Gruppenruf aufgebaut. Diese besondere Bevorrechtigung, die sogenannte Notrufpriorität, sorgt in einer stark belasteten Funkzelle für einen besonders schnellen Rufaufbau.

Das BOS-Digitalfunknetz ist so konfiguriert, dass der Notruf immer die Leitstelle erreicht, die für die notrufende Person örtlich zuständig ist. Beim Absetzen des Notrufs erfolgt zudem eine automatische Übermittlung der GPS-Position des Notrufenden. In Not geratene Einsatzkräfte können dadurch schnell lokalisiert werden. In kritischen Situationen kann dies für die Einsatzkräfte eine Lebensversicherung sein. An dem derzeit noch bestehenden Problem des Auseinanderlaufens der Notrufmeldung und der GPS-Position bei Aufenthalten der Einsatzkräfte in anderen Zuständigkeitsbereichen wird gearbeitet. Eine Lösung ist in Kürze zu erwarten.

Vielfältige Anforderungen im Einsatzfall

Das in Nordrhein-Westfalen laufende Pilotprojekt betrifft das Verfahren bei Notrufen nur am Rande. Im Mittelpunkt steht das GPS-Monitoring zur Optimierung der Einsatzvergabe und dessen Einbindung in das Einsatzleitstellensystem. Im Einsatzfall müssen die Positionsdaten aller im Zuständigkeitsbereich befindlichen Kräfte ermittelt, über den Organisationskanal des Digitalfunksystems ständig oder bedarfsgerecht übermittelt, an das Leitstellensystem übergeben und dort kartographisch dargestellt werden.

Im Fokus des Pilotprojektes stehen daher unter anderem die Belastung des Digitalfunknetzes durch das GPS-Monitoring unter verschiedensten Szenarien, Möglichkeiten, Mechanismen und Grenzen zur Optimierung der Netzbelastung sowie die Integration des GPS-Monitoring in das Einsatzleitsystem.

Gleiches gilt für die Prüfung von Möglichkeiten und Grenzen der Nutzung einer “intelligenten Steuerung” im Einsatzleitsystem. Die über eine Schnittstelle an das Einsatzleitsystem übertragenen Ortsdaten dienen allein der kartographischen Darstellung. Eine Speicherung und die damit einhergehende Möglichkeit zur rückwirkenden Auswertung von Ortsdaten ist auch künftig nicht vorgesehen.

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