Digital aufs Land (?)

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Die Zukunft liegt in den Städten? Keineswegs sagen die Autoren der Studie "Digital aufs Land" und verweisen dabei nicht zuletzt auf die positiven Folgen der Digitalisierung für Dörfer und kleinere Gemeinden. (Grafik: BS/Berlin-Institut/Wüstenrot Stiftung)

Oftmals mag es den Anschein erwecken, als sei die Digitalisierung ausschließlich eine Sache der urbanen Zentren. Dass dem nicht zwingend so ist, zeigt nun eine neue Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung und der Wüstenrot Stiftung.

Ob Start Up, moderner Co Working Space oder alternative Wohnprojekte – die Digitalisierung bringt neue Impulse aufs Land und lockt nicht zuletzt Bürgerinnen und Bürger, die in Kreativ- und Wissensberufen tätig sind, in ländliche Regionen. Insgesamt 56 digital gestützte Arbeits- und Kreativorte, Start Ups sowie gemeinschaftliche Wohnprojekte haben das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung und die Wüstenrot Stiftung im Rahmen der Studie “Digital aufs Land” untersucht. Das Ergebnis: Bei den meisten Projekten handelt es sich um Formate, die bisher eher in der Großstadt zu finden waren. Allerdings kopieren die ländlichen Kommunen nicht lediglich, was in den urbanen Zentren praktiziert wird, sondern nutzen digitale Konzepte in abgewandelter und angepasster Form. Als einen maßgeblichen Antrieb der Trendwende geben die Studienmacher die Corona-Pandemie an, die einen Attraktivitätsverlust der Städte zur Folge gehabt habe.

Ob damit nun eine neue Landbewegung ins Haus stehe, ließe sich derzeit nicht abschließend beantworten, so die Studie. Ähnlich sehe es bei den Projekten selbst aus, die mehrheitlich noch zu frisch seien, um Aussagen über langfristiges Veränderungspotenzial zu machen. Dessen ungeachtet habe man zumindest lokal begrenzte Wirkungen und Effekte aufzeigen können. “Die neuen Initiativen bieten ein Potenzial auch für kleine und abgelegene Orte und Gemeinden, für Einheimische neue Angebote zu schaffen und neue Bewohner anzulocken”, erläutert Manuel Slupina von der Wüstenrot Stiftung und Mitautor der Studie. Darum sollten Kommunen die Chance nutzen, offen für bislang Unbekanntes zu sein und die Initiatorinnen und Initiatoren vor Ort zu unterstützen. Voraussetzung sei aber, dass der ländliche Raum flächendeckend mit einem schnellen Internetzugang versorgt werde, da ohne eine leistungsfähige Infrastruktur Dörfer im Wettbewerb um Einwohner gegenüber den Städten keine Chance hätten.

Einblick in die Studie gibt es hier.

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