IT-Support bleibt Achillesferse der Schulen

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Über 90 Prozent der schulpflichtigen Kinder werden online unterrichtet – dass das nicht immer reibungslos läuft, macht die aktuelle Elternumfrage der Bitkom deutlich. (Foto: SueMaatz, pixabay.com)

Digitalisierung von Schulen geht 77 Prozent der Eltern zu langsam, so das Ergebnis einer Befragung des Bundesverbands für Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. (Bitkom). Fehlender Pragmatismus beim Datenschutz und ein Mangel an Informatiklehrerinnen und -lehrern lähmen die bundesweite Digitalisierung.

91 Prozent der Eltern berichten, dass ihre Kinder über Online-Videokonferenzen, -Präsenzunterricht und -Lernplattformen unterrichtet werden. Nach wie vor gibt es allerdings einige technische Hürden, die mit der Digitalisierung des Unterrichts einhergehen. Die mangelnde Erreichbarkeit der Lernplattform war mit 71 Prozent der mit Abstand größte Störfaktor. Hinzu kamen Probleme mit der WLAN-Verbindung und Softwareprobleme. Eine unzureichende Bandbreite des Internetanschlusses wurde von 28 Prozent bemängelt. Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder kommentiert diesen Umstand damit, dass “Ende 2020 rund 95% aller Haushalte über mindestens 50mbit verfügten – ein hoher Wert für ein Land, das sich überwiegend über Funklöcher definiert.” Zudem sei der fehlende Pragmatismus beim Datenschutz ein Hemmnis für eine zukunftsfähige Digitalisierung.

Auf die Frage, was das schwächste Glied der vielen Faktoren für eine gelingende Digitalisierung sei, antwortet Rohleder, dass man das Pferd von allen Seiten aufzäumen müsse. Alle Faktoren hätten Schwachstellen, weil in der Vergangenheit zu wenig investiert worden sei. Die Achillesferse der Schulen sei aber nach wie vor der IT-Support. Hierfür gebe es jetzt finanzielle Unterstützung seitens der Bundesregierung, damit professioneller Support angefragt werden könne.

Ein weiteres Ergebnis der Umfrage der Bitkom ist der Wunsch nach Informatik als Pflichtfach. Allerdings haben die meisten Pädagoginnen und Pädagogen nur IT-Zusatzkompetenzen und damit nicht die Möglichkeit höhere Jahrgänge zu unterrichten. Viele Informatikstudierende – die diese Lücke schließen könnten – hatten in der Vergangenheit keine Aussichten auf Verbeamtung und fehlen somit als Lehrkräfte an den Schulen. Rohleder führt zudem an, dass die Gehälter im Öffentlichen Dienst nicht mit denen der freien Wirtschaft, in der Informatiker vorrangig Berufe ergreifen, mithalten können. Schulen müssen demnach auf andere Art versuchen, attraktiver Arbeitgeber für Informatiklehrende zu werden, um eine umfassende digitale Bildung ihrer Schülerinnen und Schüler zu gewährleisten.

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