Rettungsdienst in dritter Welle besonders überlastet

0
545
Die Erschöpfung unter Berufstätigen in den Gesundheitsberufen ist in der dritten Welle besonders groß. (Foto: BS/fernando zhiminaicela, pixabay.com)

Über 70 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Rettungsdiensten, auf den Intensivstationen und in der Notaufnahme fühlen sich in der momentanen dritten Infektionswelle des Corona-Virus überlastet. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin (DGIIN). Alarmierend dabei ist, dass ein Drittel der Befragten plant, in den nächsten zwölf Monaten seinen Beruf wechseln zu wollen.

Aber nicht nur die Berufstätigen in den Gesundheitsfachberufen fühlen sich überlastet, sondern auch 45 Prozent der befragten Ärztinnen und Ärzte fühlen sich überlastet. Knapp 20 Prozent des ärztlichen Personals planen ihren Beruf zu verlassen. Als Grund gaben die Berufstätigen die durch die Corona-Pandemie verschlechterten Arbeitsbedingungen an. Sie befürchten außerdem, dass in Zukunft die Bereiche der Intensiv- und Notfallmedizin nicht mehr strukturell und personell ausreichend ausgestattet sein werden. Es fehlten laut den Teilnehmern Lösungsansätze und die Politik beachte zu wenig den Mangel an Pflege- und Ärztepersonal. Es brauche nachhaltige Reformen, um den Personalmangel zu lindern, so Carsten Hermes, Sprecher der Sektion Pflege bei der DGIIN. “Diese Ergebnisse zeigen, dass das Personal erschöpft ist. Es ist wichtig, dass die Politik wirksame Maßnahmen trifft, um die dritte Welle zu brechen”, so Professor Dr. med. Uwe Janssens, Generalsekretär der DGIIN.

Die Gesellschaft fordert konkrete Verbesserung insbesondere für die Pflegeberufe, wie eine gerechtere Bezahlung, nachhaltige Anpassungen der Arbeitsbedingungen und verbindliche Personalschlüssel.

An der Umfrage beteiligten sich zwischen dem 5. April und dem 16. April 2021 1.321 Mitarbeiter aus den Bereichen der Intensiv- und Notfallmedizin sowie des Rettungswesens. Davon sind rund 65 Prozent in Gesundheitsfachberufen tätig und 35 Prozent ärztliche Mitarbeitende.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here