Virtual Reality-Brillen zur Unfallprävention

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Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) probierte die neuen Virtual Reality-Brillen bereits aus. (Foto: BS/IM NRW, Jochen Tack)

In Nordrhein-Westfalen werden ab sofort Virtual Reality-Brillen im Rahmen der polizeilichen Unfallpräventionsarbeit eingesetzt. In einem ersten 360-Grad-Film, den die Landespolizei eigens für das Pilotprojekt erstellt hat, wird der Nutzer zunächst virtuell auf ein Fahrrad gesetzt. Der Proband erlebt dann während der Fahrt, wie er von einem abbiegenden Lkw-Fahrer übersehen und erfasst wird.

In der zweiten Einstellung wechselt die Perspektive und man betrachtet die Abläufe aus der Sicht des Berufskraftfahrers. Speziell dieser Blick aus dem Führerhaus dürfte den meisten Radlern fremd sein und ihre Sinne für den “toten Winkel” und seine Gefahren schärfen. Schon länger setzt die nordrhein-westfälische Polizei bei ihrer Präventionsarbeit nicht nur auf das Mahnen und Warnen, sondern auch auf das “Erlebbarmachen” der Gefahrenmomente im Straßenverkehr. Technische Hilfsmittel, wie Gurtschlitten (ein Gerät, das die auf den Pkw-Fahrer wirkenden Kräfte bei einem Frontalzusammenstoß und die Notwendigkeit des Tragens des Sicherheitsgurtes demonstrieren soll) oder auch die sogenannte Torkelbrill zur Darstellung körperlicher Einschränkung nach dem Konsum von Drogen oder Alkohol gehören schon seit Jahren zum polizeilichen Repertoire.

Zunächst zehn Kreispolizeibehörden beteiligt

Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärte nun: “Mit dem Einsatz der Virtual Reality-Brillen heben wir die Präventionsarbeit bei Verkehrsunfällen mit schweren und schwersten Unfallfolgen im Straßenverkehr auf ein neues Level.” Man wolle etwas Neues, Modernes ausprobieren, mit dem der Verkehrsteilnehmer im wahrsten Sinne des Wortes virtuell in eine Situation eintauche. Und er unterstrich: “Diese Brillen stehen symbolisch für den Blick in die Zukunft der Polizei Nordrhein-Westfalen – fortschrittlich und digital.”

Das Pilotprojekt wird voraussichtlich bis Jahresende laufen. Vorerst nehmen zehn Kreispolizeibehörden teil, darunter jene in Aachen, Dortmund, Düsseldorf, Köln, Münster und im Rhein-Kreis-Neuss. Zukünftige 360-Grad-Filme werden die Themen “Der Straßenverkehrsraum aus Kindersicht” und “Ablenkung im Straßenverkehr” zum Inhalt haben.

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