Marineflieger erhalten P-8A Poseidon

2
866
Die deutschen Marineflieger sollen mit Vertragsschluss vor der Sommerpause sechs P-8A Poseidon erhalten. (Foto: BS/Boeing)

Das BMVg hat sich für die P-8A Poseidon als Nachfolger der veralteten P-3C Orion Seefernaufklärer entschieden. Dies geht aus einer Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Thomas Silberhorn auf die Frage von MdB Christian Sauter (FDP) hervor. Hierbei äußerte sich Silberhorn zu dem französischen Angebot, modernisierte Atlantique 2 als Ersatz zu kaufen, wie folgt: “Die Anzahl und der erwartete Klarstand der angebotenen Luftfahrzeuge werden die Anforderungen potentieller zukünftiger Einsatzverpflichtungen sowie die Bedarfe zur Regeneration von Besatzungen und zur Durchführung von Übungs- und Aufklärungsflügen absehbar nicht abdecken können.” Demnach bleibt nur noch das amerikanische Angebot, vorerst fünf P-8A Poseidon plus weiteres Material, Logistik und Schulung für 1,77 Milliarden U.S.-Dollar. Silberhorn sagte weiter: “Die Entscheidung über eine Interimslösung soll vorzugsweise noch in dieser Legislaturperiode getroffen werden.”

Zudem antwortete die Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FPD-Fraktion (Drucksache 19/28697): “Die erforderlichen Fähigkeiten des Waffensystems P-8A Poseidon von Boeing entsprechen grundsätzlich denen der P-3C Orion. Ausschließlich das Waffensystem P-8A Poseidon könnte bei Abschluss eines Foreign Military Sales-Vertrages vor der Sommerpause des Jahres 2021 einen bruchfreien und zeitgerechten Fähigkeitsübergang sicherstellen. Die Möglichkeit des Betriebs für einen Interimszeitraum im Gesamtsystem der Bundeswehr unter Nutzung der vorhandenen Infrastruktur des Stützpunktes in Nordholz wäre gegeben.”

Dieser Vertragsschluss ist auch dringend notwendig, da aktuell vier der acht P-3C Orion wegen nicht wirtschaftlich instand zu setzender Schäden und/oder dem Verlust der Verkehrszulassung aufgrund einer dafür erforderlichen nicht rentablen Instandsetzung nicht weiter betreibbar sind. Die Bundesregierung sagte in ihrer Antwort voraus: “Ab dem Jahr 2023 werden voraussichtlich noch zwei Flugzeuge nutzbar sein.”

Die Fähigkeiten der Marineflieger und besonders der Seefernaufklärer sind Gegenstand einer Folge des Podcasts Voices in Defence, der hier abrufbar ist.

2 Kommentare

  1. Bitte den vorherigen Kommentar hier weiterlesen: Daher ist der bruchlose Übergang ohne Erfahrungsverlust in Geld gar nicht aufzuwiegen.

  2. Die Lehre aus der Schlacht im Atlantik, dem Pazifikkrieg und dem Falklandkrieg: Seekrieg wird aus der Luft gewonnen.
    MPA sind eine unverzichtbarere Komponente in der Seekriegsführung und ein echter Force Multipler.
    Sie sind – nebenbei – nicht nur in der Seekriegsführung einsetzbar.
    Natürlich wäre ein europäisches Modell gut gewesen, aber die P-8A ist ein modernes und eingeführtes Gerät, vermutlich interoperabel mit anderen P-8A Nutzern im NATO-Rahmen. Möglicherweise ergibt sich ja auch Co-operationspotential mit Norwegen als P8-A Nutzer in der unmittelbaren Nachbarschaft, etwa in den Bereichen Logistik und Ausbildung. In anderen Bereichen – etwa Uboot – laufen Rüstungskooperationen mit unseren nördlichen Nachbarn, ohne daß die Presse Anlaß hat über Schwierigkeiten berichtet.
    Nun bleibt nur zu hoffen, daß das Flugmuster nicht an deutschen Zulassungsbestimmungen scheitert, im Rahmen eines Downgrade-Programmes um Fähigkeiten beschnitten wird oder Sonderwünsche den Zulauf verzögern.
    Eine einmal verlorene Fähigkeit oder Erfahrung wieder aufzubauen, dauert Jahre. Daher ist der möglichst bruchlose

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here