Stadt Dortmund hat “Masterplan Sicherheit”

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In Dortmund (Foto) existiert ein "Masterplan Sicherheit". In dessen Erstellung und Umsetzung waren und sind zahlreiche Teile der Stadtverwaltung involviert. (Foto: Daniel Grothe, pixabay.com)

Die Sicherstellung und Aufrechterhaltung der kommunalen Sicherheit fordern zahlreiche Bereiche einer Stadtverwaltung. Mit einem guten Ordnungsamt allein ist es nicht getan. Vielmehr braucht es ein ressortübergreifendes Vorgehen. Ein solches findet in Dortmund statt.

Der dortige Rechts- und Ordnungsdezernent Norbert Dahmenmeint in diesem Zusammenhang: “Eine gute Jugend- und Sozialpolitik ist Grundlage für eine gute Sicherheitspolitik.” Und er unterstreicht: “Gelebte Sozialpolitik ist effektive Ordnungspolitik.” Ausdruck finden diese Feststellung im “Masterplan Sicherheit” der Stadt im Ruhrgebiet mit fast 600.000 Einwohnern. Das Dokument, das laut Dahmeneinen ganzheitlichen Ansatz verfolgt und mit dessen Inhalten und vorgesehenen Maßnahmen Ursachen für Probleme möglichst frühzeitig vermieden und verhindert werden sollen, umfasst mehr als 200 Seiten.

So gehe es unter anderem darum, Jugendliche rechtzeitig von der Straße zu holen oder eine vorbeugende Drogenarbeit zu leisten. Weitere Elemente sind unter anderem das städtische Vorgehen gegen Schrottimmobilien, gewerberechtliche Kontrollen sowie die Gestaltung des öffentlichen Raumes. Hier sei es insbesondere darum gegangen, die Verweilqualität auf öffentlichem Straßenland zu erhöhen, so Dahmen. Deshalb sei auch der städtische Planungsdezernent in die Erarbeitung des Konzeptes eingebunden gewesen.

Lebendige Nachbarschaft wichtig

Darüber hinaus in die Erstellung des Masterplans, der seit 2019 in Kraft ist, involviert waren der Sozialdezernent, die Jugenddezernentin, der Stadtkämmerer, der Polizeipräsident, ein Leitender Oberstaatsanwalt und der Präsident des Amtsgerichtes. Hinzu kommen die Feuerwehr sowie die Universität Dortmund, der kommunale Abfallentsorger, ein Kriminologe sowie Vertreter des Einzelhandels. Eine wichtige Rolle im Dokument nimmt außerdem eine lebendige Nachbarschaft ein, da sie auch erheblichen Einfluss auf das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger hat. Weitere Faktoren, die sich darauf auswirken, sind unter anderem Vermüllung, Lärm, Graffitis, Drogenkonsum in der Öffentlichkeit, Falschparken und eine mangelnde oder als suboptimal empfundene Beleuchtung des öffentlichen Raumes im Allgemeinen und belasteter Orte im Speziellen.

Aus diesem Grunde wurde das Vorgehen gegen wilde Müllablagerungen im “Masterplan” auf neue Füße gestellt. Gegen das Phänomen existiert in Dortmund nunmehr ein eigener Ermittlungsdienst. Dieser setzt sich aus Beschäftigten des Ordnungsamtes und des kommunalen Entsorgers zusammen, die gemeinsam versuchen, Verursacher zu identifizieren. Dieses Instrument soll evaluiert werden und könnte dann möglicherweise ausgebaut werden.

Verwaltung bildet selbst aus

Ausfluss des Masterplans ist laut Dezernent Dahmenauch, dass die Stadt Dortmund seit vergangenem Sommer jährlich 15 Fachkräfte für Schutz und Sicherheit selbst ausbildet. Den Kräften werden zusätzlich einige Module mit kommunalspezifischem Inhalt vermittelt. Dadurch soll der Außendienst personell verstärkt werden, um am Wochenende und nachts besser tätig werden zu können. “Mittelfristig soll über diese Maßnahme ein eigener Ausbildungsgang für den Kommunalen Ordnungsdienst aufgebaut werden”, blickt Dahmen voraus. Sein Wunsch ist dabei sogar ein eigenständiges Berufsbild, wie es in der Vergangenheit immer wieder diskutiert wurde – bislang allerdings noch ohne Erfolg.

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