Telenotarzt-Projekt in Bayern vorangeschritten

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Das bodengebundene Notarztsystem soll in Bayern durch ein Telenotarzt-System unterstützt werden. (Foto: BS/planet_fox, pixabay.com)

Die Planungen für das Telenotarzt-Projekt im Freistaat Bayern sind abgeschlossen. Insgesamt sollen im südwestlichen Bundesland drei Telenotarztstandorte entstehen. Der Beginn wird im Rettungsdienstbereich Straubing gemacht. Bei dem Projekt handelt es sich nach Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) um das “bundesweit größte Telenotarzt-Projekt”.

Der Standort in Straubing wird neben seinem eigenen Rettungsdienstbereich für die Bereiche Amberg, Regensburg, Nordoberpfalz, Landshut, Passau, Ingolstadt, Rosenheim und Traunstein zuständig sein. “Mit dem Telenotarzt im gesamten Freistaat stellen wir eine weitere Verbesserung des hohen Niveaus der rettungsdienstlichen Versorgung in Bayern sicher. Nicht zuletzt aufgrund des erfolgreichen Pilotprojekts im Rettungsdienstbereich Straubing wird dort nun auch mit dem landesweiten Aufbau begonnen und der erste Telenotarzt-Standort eingerichtet”, erklärte Herrmann die Wahl des ersten Standortes.

Viele Vorbereitungen nötig

Der Standort Straubing soll im Juni 2022 seine Arbeit aufnehmen. Bis dahin müssen jedoch noch die dazugehörige Technik und ein Betreiber ausgeschrieben werden. Ebenso muss noch die Rettungsdienstinfrastruktur der Einsatzfahrzeuge technisch telenotarztfähig gemacht werden. Diese Umrüstung betrifft knapp 1.000 Rettungswagen. Daran anschließend müssen außerdem mehrere tausend Kräfte und Leitstellendisponenten vorbereitet und geschult werden. Die rechtlichen Grundlagen sollen mit der aktuellen Novelle des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes (BayRDG) geschaffen werden. Welche Kosten die Einführung verursacht, ist noch nicht bekannt.

Die zwei weiteren Standorte wurden noch nicht festgelegt. Die Festlegung hänge unter anderem von den Erfahrungswerten des ersten Telenotarztes in Straubing hinsichtlich “einer optimalen Funktionsfähigkeit” und seiner Finanzierbarkeit ab. Ein bayernweites Telenotarzt-System soll bis Ende 2028 aufgebaut sein. Innenminister Herrmann erhofft sich durch die Einführung des Telenotarzt-Systems und dem bestehenden Notarztsystem eine Steigerung des vorhandenen Potenzials. Das bestehende bodengebundene Notarztsystem soll jedoch nicht ersetzt werden, so Herrmann.

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