Kinderpornografie-Plattform abgeschaltet

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Im Darknet konnte eine große Kinderpornografie-Plattform abgeschaltet werden. (Foto: BS/ETC, Public Domain Mark 1.0, www.flickr.com)

Mit “BOYSTOWN” ist eine der weltweit größten kinderpornografischen Plattformen im Darknet abgeschaltet worden. Sie existierter mindestens seit Juni 2019. Nun wurden drei mutmaßlich Verantwortliche und Mitglieder verhaftet.

Die Festnahmen erfolgten im Rahmen eines umfangreichen Ermittlungskomplexes der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – und des Bundeskriminalamtes (BKA). Dabei wurden auch mehrere Objekte in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Hamburg durchsucht. Zudem erfolgten auf Ersuchen der deutschen Strafverfolgungsbehörden die Durchsuchung und Festnahme eines weiteren mutmaßlichen Bandenmitglieds in der Region Concepción in Paraguay.

Über 400.000 Mitglieder

“BOYSTOWN” war ausschließlich über das Darknet zu erreichen. Zuletzt zählte die international ausgerichtete Plattform mehr als 400.000 Mitglieder. Auf ihr wurden vor allem Missbrauchsaufnahmen von Jungen ausgetauscht. Das Forum der Plattform war dabei in verschiedene Bereiche unterteilt, um eine strukturierte Ablage und ein einfaches Auffinden der kinderpornografischen Inhalte zu ermöglichen. Unter den geteilten Bild- und Videoaufnahmen befanden sich auch Aufnahmen des schwersten sexuellen Missbrauchs von Kleinkindern. Neben dem Forenbereich existierten zwei angegliederte Chatbereiche, die der Kommunikation der Mitglieder untereinander und dem Austausch kinderpornografischer Missbrauchsaufnahmen dienten. Für diesen Zweck waren verschiedene Sprachkanäle eingerichtet, um den Mitgliedern die Kommunikation zu erleichtern.

Die nun erfolgten operativen Maßnahmen waren mehrmonatige Ermittlungen im Rahmen einer durch Deutschland initiierten Task Force unter der Koordination des europäischen Polizeiamtes Europol und Beteiligung von Strafverfolgungsbehörden in den Niederlanden, Schweden, Australien, den USA und Kanada vorausgegangen.

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