Deutschland wird digitaler

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Auch 2021 setzt sich die insgesamt positive Entwicklung bei der Digitalisierung fort. (Screenshot: ÖFIT)

Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) und das Kompetenzzentrum Öffentliche IT (ÖFIT) am Fraunhofer-Institut FOKUS haben gemeinsam den Deutschland-Index der Digitalisierung vorgestellt. Der im Zweijahres-Turnus erscheinende Index misst den Stand der Digitalisierung in Deutschland. Spitzenreiter in 2021: die Freie und Hansestadt Hamburg.

Deutschland wird digitaler, das ist die Bilanz des diesjährigen “Deutschland-Index der Digitalisierung”. In 2021 erreicht die digitale Entwicklung hierzulande einen Wert von insgesamt 70,2 Punkten und fällt damit höher aus als noch im Jahr 2019 mit 68,3 Punkten. Zwar setzt sich damit der Trend der letzten Erhebungen fort, anders als zuvor sind es jedoch nicht starke Einzelwerte, die das Gesamtbild des Indices prägen. Stattdessen wird ein Gesamtanstieg in den analysierten Kategorien Infrastruktur (81,6), Nutzung digitaler Möglichkeiten im Alltag (83,5), Wirtschaft und Forschung (58,1), Bürgerservices (81,5) und digitale Kommune (53,4) verzeichnet.  

Das gilt auch mit Blick auf die einzelnen Bundesländer: Verglichen mit 2019 konnten die meisten ihre Indexwerte deutlich steigern. Nicht zuletzt Hessen und Bayern machen einen enormen Schub und setzen sich unter den ersten Fünf fest. Aber auch Thüringen und Sachsen-Anhalt legen ordentlich zu und steigern ihre Indexwerte um satte sechs Punkte. Einzig die Bundeshauptstadt Berlin und der Freistaat Sachsen schwächeln ein wenig und fallen nach hinten. Erstere gibt damit den Spitzenplatz an die Freie und Hansestadt Hamburg ab und landet auf Platz zwei. Insgesamt lässt sich erkennen, dass der digitale Graben zwischen den Bundesländern kleiner geworden ist. Lag die Spannweite der Indexwerte in 2019 noch bei 50,8, so ist sie in 2021 auf 29,7 zusammengeschrumpft.

Schwerpunkt OZG

Besonderer Fokus der diesjährigen Auflage ruhte auf dem Stand der Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes (OZG) in Ländern und Kommunen. Für die Verwaltung erfreulich: Der Index zeigt auch eine steigende Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, digitale Verwaltungsangebote zu nutzen. Wichtigster Zugang sind laut Erhebung die Webportale der Kommunen. Spitzenreiter auch hier: die Stadt Hamburg, wo bereits 50 Prozent Berührungspunkte mit der digitalen Verwaltung hatten. “Ich freue mich, dass immer mehr Menschen die digitale Verwaltung nutzen und die Angebote gut bewerten. Das Potenzial ist aber noch viel größer. Unser gemeinsames Ziel ist, dass die Menschen in allen 11.000 Kommunen in Deutschland einen vollwertigen Zugang zur digitalen Verwaltungswelt bekommen”, kommentiert Dr. Markus Richter, Staatssekretär im Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und Beauftragter der Bundesregierung für Informationstechnik, die positive Entwicklung beim OZG.  

Alle Ergebnisse lassen sich auch auf einer interaktiven Karte abrufen, wobei ein hoher Indexwert für eine weit fortgeschrittene Digitalisierung steht. Diese Form der Darstellung soll ermöglichen, Entwicklung und regionale Unterschiede der Digitalisierung in den 16 Bundesländern nachvollziehbar zu machen. Vor diesem Hintergrund wurde die Erhebung auf kommunaler Ebene ausgeweitet und um eine repräsentative Bevölkerungsumfrage ergänzt. Mit mehr als 5.000 Befragten soll damit neben der Angebots- auch die Nachfrageseite bei Bürgerinnen und Bürgern abgebildet werden. Erhebungszeitraum war Mitte 2020. Nach Angaben von ÖFIT wurden im Rahmen der Studie rund 300 ausgewählte kommunale Webportale untersucht. So zeigt sich im Index ein Gesamtbild der Nachfrage nach digitalen Verwaltungsangeboten und dem kommunalen Angebot. 

Zum Index geht es hier.

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