Rüstungszusammenarbeit mit Europa

0
372
Das U-Boot-Projekt mit Norwegen wird beide Marinen mit modernsten Systemen ausstatten. (Foto: BS/Bundeswehr/Björn Wilke)

In der Antwort auf die Kleine Anfrage der FDP zu den deutschen Überlegungen einer Ausrichtung der deutschen Sicherheitspolitik nannte die Bundesregierung – neben den üblichen Sätzen zur Bedeutung Europas sowie der innereuropäischen Zusammenarbeit – auch die konkreten gemeinsamen militärischen Entwicklungs- und Beschaffungsprojekte, welche die Bundesregierung in naher und mittlerer Zukunft mit europäischen Partnern anstrebt.

“In den Rüstungskooperationen mit dem engsten Partner Frankreich bestehen neben den Projekten Next Generation Weapon System (NGWS)/Future Combat Air System (FCAS) und Main Ground Combat System (MGCS) das Projekt Maritime Airborne Warfare System (MAWS) und die Kooperation im taktischen Lufttransport C-130J Super Hercules als weitere Beispiele einer gemeinsamen militärischen Entwicklung und Beschaffung”, sagte die Bundesregierung. “In der bereits bestehenden umfangreichen deutsch-niederländischen Rüstungskooperation sind als gemeinsame Beschaffungs- und Entwicklungsprojekte u. a. das Gepanzerte Transport-Kraftfahrzeug Boxer, das Aufklärungsfahrzeug Fennek und das gepanzerte Brückenlegesystem Leguan sowie die gemeinsame Ersatzteilversorgung/Instandhaltung von Landsystemen zu nennen. Das Ziel der beiderseitigen Verschränkung der deutsch-niederländischen Streitkräfte in ausgewählten Fähigkeitsbereichen wird derzeit auf die Bereiche Beschaffung, Qualifizierung und Bewirtschaftung von Munition, zukünftigen Panzerabwehrhandwaffensystemen und Electronic Warfare ausgeweitet. Basierend auf einem Ende des Jahres 2020 gezeichneten Letter of Intent beabsichtigen beide Nationen zudem, beim Ersatz ihrer Luftverteidigungsfregatten im Bereich Entwicklung, Beschaffung und Nutzung zu kooperieren.

Darüber hinaus sollen, auf Grundlage des am 26. März 2021 gezeichneten Joint Statement, Handlungsoptionen einer weiterführenden Intensivierung der Rüstungs- und Industriekooperation sowie der grundlegenden Kooperation der Streitkräfte untersucht werden.

In der Rüstungskooperation mit Norwegen sind die Verhandlungen zur Beschaffung von sechs baugleichen U-Booten der Klasse U212CD sowie zur Entwicklung eines neuen See- und Landziellenkflugkörpers abgeschlossen. Vor dem Hintergrund des Austritts Großbritanniens aus der EU im Jahr 2020 wurden erste Schritte zum Ausbau der bilateralen Rüstungskooperation auf Grundlage des dafür im Oktober 2018 unterzeichneten Joint Vision Statement unternommen. Die Rüstungsbeziehungen zu Ungarn wirken sich durch geplante gemeinsame Beschaffungen von Rüstungsgütern zunehmend positiv auf die Kooperation mit den Staaten der Visegrád-Gruppe (Polen, Slowakei, Tschechien, Ungarn) aus.”

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here