Mehr als 41.000 öffentlich zugängliche Ladepunkte in Deutschland

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Sobald der Anteil der E-Autos zunimmt, muss auch die Anzahl der Ladestationen steigen. (Foto: A. Krebs, pixabay.com)

In Deutschland gab es zum Stand des 1. Aprils 2021 41.751 öffentlich zugängliche Ladepunkte für batteriegetriebene Elektroautos, welche der Bundesnetzagentur (BNetzA) gemeldet sind. Dies geht aus Antworten der Bundesregierung auf Kleine Anfragen der FDP- und Grünen-Bundestagsfraktionen hervor. Bei 5.906 dieser Ladepunkte handelt es sich um Schnellladepunkte, an denen mit mehr als 22 KW geladen werden kann.

Im Ladesäulenregister der BNetzA, wo auch Standort, die maximale Ladeleistung und die Inbetriebnahme-Daten der Ladepunkte veröffentlicht sind, werden demnach insgesamt 38.441 Ladepunkte verzeichnet. Davon stehen die meisten in Bayern (7.978) und die wenigsten im Saarland (312). Ende 2016 lag die Zahl der im Ladesäulenregister gemeldeten Ladepunkte deutschlandweit noch bei 5.668. Auch zugenommen hat die Zahl sogenannter HCP-Ladepunkte, an denen mit einer Leistung ab 150 KW besonders schnell geladen werden kann. In ganz Deutschland liegt ihre Zahl mittlerweile bei 1.369.

Anzahl der Ladepunkte muss bis 2030 massiv steigen

Des Weiteren geht aus den Antworten der Bundesregierung hervor, dass die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur, welche im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur (BMVI) agiert, bis ins Jahr 2030 eine Anzahl von 185.000 bis 230.000 Normalladepunkten anstrebt. Dazu kämen 75.000 bis 90.000 Schnellladepunkte und 40.000 bis 55.000 HCP-Ladepunkte. Allerdings unterliege die Anzahl der benötigten Ladepunkte einer stetigen Prüfung und Anpassung, so die Bundesregierung weiter.

Dass noch nicht endgültig klar ist, wie viele öffentlich zugängliche Ladepunkte benötig werden, hängt unter anderem damit zusammen, dass auch die Entwicklung privater Ladepunkte in die Überlegungen miteinbezogen werden muss. “Gibt es mehr nicht-öffentlich zugängliche Ladepunkte zu Hause oder am Arbeitsplatz, sind weniger öffentlich zugängliche Ladepunkte nötig”, führt die Bundesregierung aus. Die nicht-öffentlich zugänglichen Ladepunkte würden demnach seit Ende November 2020 mit dem Förderprogramm “Ladeinfrastruktur an Wohngebäuden” gefördert. Laut Bundesregierung wurden bereits Förderanträge über 410.000 Ladepunkte bewilligt.

Viele Fördermittel nicht ausbezahlt

Die Bundesregierung fördert auch öffentlich zugängliche Ladepunkte in mehreren Förderrichtlinien des BMVI und des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Auffallend ist allerdings, dass deutlich mehr Fördermittel bewilligt sind, als tatsächlich ausbezahlt wurden. So sind laut Bundesregierung in der Förderrichtlinie “Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge in Deutschland” des BMVI 251 Millionen Euro an Fördermitteln bewilligt. Ausbezahlt wurden bisher (Stand 26. Februar 2021) jedoch erst 29 Millionen Euro, also nur etwas mehr als zehn Prozent der bewilligten Mittel. Auch bei den anderen Förderrichtlinien bleibt bislang ein Großteil des Geldes auf den Konten der Ministerien liegen.

Die Bundesregierung gibt mehrere Gründe für diesen geringen Mittelabfluss an. So könne es bei der Antragsbearbeitung aufgrund fehlerhafter oder unvollständiger Anträge zu Verzögerungen kommen. Darüber hinaus würden die Fördermittel erst nach Errichtung der Ladepunkte ausgezahlt. Auch an dieser Stelle trete Zeitverzug auf, zum Beispiel wegen Lieferengpässen, der erforderlichen Ausschreibungsverfahren der Fördermittelempfänger oder den Genehmigungsverfahren zur Errichtung von Ladeinfrastruktur.

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