Bund steckt zwei Milliarden Euro in Quantencomputer

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Noch sind Quantencomputer vor allem ein Forschungsthema. Schon in wenigen Jahren sollen sie in etlichen Anwendungsfällen als Schlüsseltechnologie zum Einsatz kommen. (Foto: Quantencomputer der Firma D-Wave) (Foto: D-Wave, Larry Goldstein)

Innerhalb von fünf Jahren sollen in Deutschland konkurrenzfähige Quantencomputer gebaut und ein Ökosystem mit Anwendern geschaffen werden. Dafür gibt die Bundesregierung rund zwei Milliarden Euro an Fördermitteln frei.

Davon kommen 1,1 Milliarden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und weitere 878 Millionen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. “Die Quantentechnologien sind eine der entscheidenden Schlüsseltechnologien der Zukunft”, sagt Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU). “Sie werden es uns erlauben, unsere Kommunikation absolut sicher zu gestalten, durch hochsensible Sensoren Sprünge in der Medizintechnik zu machen oder mittels Quantencomputing bisher nicht lösbare Probleme in Logistik oder Materialforschung zu bewältigen.”

100 QuBits in fünf Jahren

Den Weg zum ehrgeizigen Ziel zeichnet eine Roadmap Quantencomputing vor. Zunächst sollen Demonstranten mit 24 voll funktionstüchtigen Qubits gebaut werden. Daran sollen Vor- und Nachteile der technischen Umsetzung erkundet werden. In fünf Jahren soll Deutschland dann wettbewerbsfähige Quantencomputer mit mindestens 100 individuell ansteuerbaren Qubits vorweisen können. Zum Vergleich: Die größten Rechner der Platzhirsche Google und IBM haben derzeit knapp über 50 Qubits. IBM will es in zwei Jahren aber schon auf über 1.000 bringen. Vergleiche sind jedoch mit Vorsicht zu genießen. Aufgrund der technisch verschiedenen Ansätze und unterschiedlichen Fehlerraten bedeuten mehr Qubits nicht zwingend mehr Leistung.

Quantencomputer basieren anders als bisherige Computer nicht auf Bits (entweder 0 oder 1), sondern auf Qubits, die auch Zwischenzustände einnehmen können. Damit sollen sie bestimmte Aufgaben lösen können, bei denen selbst Hochleistungsrechner an ihre Grenzen stoßen. Unternehmen vor allem aus China und den USA haben in den letzten Jahren bereits Erfolge in der Umsetzung vermeldet. Ein echter Durchbruch zur Marktreife steht noch aus.

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