Bundeskabinett beschließt Änderung der Ladesäulenverordnung

0
1490
Nutzer sollen an Ladesäulen demnächst auf ein einheitliches Bezahlsystem zurückgreifen können. (Foto: BS/andreas160578, pixabay.com)

Die Bundesregierung hat eine Novellierung der Ladesäulenverordnung beschlossen. Wichtigste Änderung ist, dass Nutzer an allen Ladesäulen, die ab dem 1. Juli 2023 in Betrieb genommen werden, mittels Kredit- oder Debitkarte bezahlen können. Somit soll ein einheitliches Bezahlsystem geschaffen werden.

Wie das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) in einem Infopapier zur Novellierung schreibt, gewähre die Vorgabe, dass spontane Ladevorgänge schnell und einfach bezahltwerden könnten. Es werde sichergestellt, dass nahezu jeder jederzeitan öffentlich zugänglichen Ladesäulen Strom laden und bezahlen könne. Darüber hinaus trage die Zahlungsmöglichkeit mit Kreditkarte dazu bei, ein einheitliches europäisches Bezahlsystembei Ladesäulen zu etablieren, da mit Kreditkarten ohne Weiteres grenzüberschreitend gezahlt und abgerechnet werden könne.

Diesen Aspekt betont auch Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Die Kreditkarte sei überall einsetzbar. “Damit die E-Mobilität sich auf breiter Front durchsetzt, müssen wir nicht nur die Autos fördern, sondern auch das Laden und Bezahlen einfach und unkompliziert gestalten”, so der Minister weiter. Auch Kunden, die kein Smartphone besäßen, würden so in die Bezahlung eingebunden.

Standardisierte Schnittstelle

Des Weiteren sieht die geänderte Ladesäulenverordnung laut BMWi vor, dass bei Ladepunkten, die ab dem 1. März 2022in Betrieb genommen werden, eine standardisierte Schnittstelle vorhanden sein muss, mithilfe derer Autorisierungs- und Abrechnungsdaten sowie dynamische Daten zur Betriebsbereitschaft und zum Belegungsstatus übermittelt werden können. Diese Daten könnten es Nutzern ermöglichen, beispielsweise die technische und elektrische Verfügbarkeit einer Ladesäule online zu überprüfen.

Nicht-öffentliche Ladepunkte

Außerdem können neu errichtete Ladesäulen demnächst einfacher als “nicht öffentlich” eingestuft werden. Bisher waren dazu physische Barrieren wie Schranken erforderlich. Künftig reiche eine deutlich sichtbare Beschilderung oder Kennzeichnung, die den Zugang auf einen klar abgrenzbaren, bestimmten Personenkreis beschränke, so das BMWi. Damit solle in Zukunft verhindert werden, dass sich bestimmte Stellen wie Firmen, Arztpraxen oder Hotels gegen die Errichtung von Ladesäulen auf Besucherparkplätzen entschieden, weil diese bislang als öffentlich zugänglich eingestuft werden mussten. Dies habe zur Folge gehabt, dass sämtliche Anforderungen der Ladesäulenverordnung erfüllt werden mussten.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here