DRK: Sofortprogramm im Bevölkerungsschutz gefordert

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Präsidentin Gerda Hasselfeldt und Generalsekretär Christian Reuter des Deutschen Roten Kreuz (DRK) fordern ein Sofortprogramm im Bevölkerungsschutz. (Foto: BS/DRK/Henning Schacht)

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) fordert “deutliche Verbesserungen” im Bevölkerungsschutz in Form eines Sofortprogrammes von Seiten des Bundes. Die Hilfsorganisation kritisiert die aus ihrer Sicht zu geringen eingeplanten Mittel im Haushalt des Bundesinnenministeriums (BMI) von 700 Millionen Euro. Mit diesem Geld könne auf Bundesebene kein nachhaltiger und umfassender Bevölkerungsschutz gewährleistet werden. Notwendig seien dafür mindestens zwei Milliarden Euro jährlich oder umgerechnet 0,5 Prozent des Bundeshaushaltes. Momentan würden nur 0,14 Prozent des Haushaltes für den Bevölkerungsschutz aufgewendet werden.

“Der gesundheitliche Bevölkerungsschutz muss eine größere Rolle spielen. Wir müssen für künftige Krisen, nicht nur für Pandemien, besser gewappnet sein. Notwendig ist deshalb ein Sofortprogramm des Bundes, um die Menschen in Krisensituationen besser schützen zu können”, betont DRK-Präsidentin Gerda Hasselfeldt.

Mit Hilfe eines Sofortprogrammes sollen unter anderem die Freiwilligendienste im Bevölkerungsschutz ausgebaut werden. Insgesamt sollen rund 5.000 zusätzliche Plätze bei den Diensten geschaffen werden. Die Hilfsorganisationen wollen zudem erweiterte Erste-Hilfe-Kurse oder eine Basisausbildung für ehrenamtliche Pflegeunterstützungskräfte anbieten. Als Ziel setzen sich die Organisationen, innerhalb von fünf Jahren ein Prozent der Bevölkerung entsprechend auszubilden. Die Kräfte sollen dann Teil der nationalen Betreuungsreserve werden. Als weitere Konsequenz könnte sich DRK-Generalsekretär Christian Reuter vorstellen, eine verbindliche bundesweite Verankerung von Erste-Hilfe-Inhalten in den Schullehrplänen einzuführen.

Das DRK erneuert zudem seine Forderung der Helfergleichstellung der Ehrenamtlichen von DRK und anderen anerkannten Hilfsorganisationen mit Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk (THW) in allen Bundesländern bei der Freistellung vom Arbeitsplatz. Nach einer Civey-Umfrage im Auftrag des DRK gaben 35,6 Prozent der erwachsenen Bevölkerung an, in der Corona-Krise ehrenamtlich tätig zu sein. Doch berichteten knapp 70 Prozent der Ehrenamtlichen von starken bis sehr starken Einschränkungen bei Ausübung ihres Amtes.

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