Wolski meint

0
272
Generalmajor a. D. Reinhard Wolski, Dipl.-Ing. (Univ.), ist Experte des Behörden Spiegel und war in seiner letzten Verwendung Chef des Amtes für Heeresentwicklung. (Foto: privat)

Es ist untragbar, dass sich die Bundesrepublik Deutschland von der UN vorschreiben lässt, wie sie die Soldaten in den mandatierten Einsätzen schützt. Die Prüfung, ob die “Tethered Balloons”, also die Überwachungsballons, die mit Aufklärungsmitteln bestückt, zum Schutz des Feldlagers Camp Castor eingesetzt werden sollen oder nicht, ist eine rein operative Schutzaufgabe, die durch das BMVg mit den vor Ort eingesetzten Kommandeuren zu regeln ist.

Eine gleiche Diskussion mit der UN über Einsatzregeln spielte sich übrigens bereits 2006 ab, als der EUFOR-Einsatz von Bundeswehreinheiten zur Wahlunterstützung in der Demokratischen Republik Kongo stattfand. Die eingesetzten Hubschrauber z.B. durften die Munition der Selbstschutzanlagen nicht mitführen, Besatzungen wurden mit wenigen Schuss Munition zur Selbstverteidigung ausgestattet.  Der Einsatz war gefährlich.

Seit der ehemalige Generalsekretär der UN, Boutros Boutros-Ghali, 1995 den Einsatz von NATO-Luftstreitkräften in Srebrenica verbot – diese hätten den Genozid in Minuten verhindert – kann man eine gewisse Lässigkeit der UN bezüglich der Einsatzregeln beobachten, die für die Soldaten und Soldatinnen gefährlich sein können. Force Protection ist nicht verhandelbar.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here