Kommission als Schnittstelle

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Prävention gegen Gewalt ist sehr wichtig. Hier sind alle Akteure gefragt, vor allem die Kommunen. (Foto: BS/Hier und jetzt endet leider meine Reise auf Pixabay aber, pixabay.com)

In Berlin existiert seit 1994 die Landeskommission gegen Gewalt, wenn auch zunächst unter einem anderen Namen. Deren Mitglieder haben sich einem ressortübergreifenden Vorgehen verschrieben. Das Staatssekretärsgremium fungiert dabei als Schnittstelle zwischen Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Vertreten seien dort unter anderem Staatssekretäre aus der Innen- und der Bildungsverwaltung sowie der Arbeits- und Justizverwaltung erläutert Ingo Siebert von der Geschäftsstelle der Landeskommission. Ebenfalls beteiligt sind der Opferbeauftragte des Landes Berlin, der Polizeivizepräsident und Vertreter einiger Bezirke. Ziel sei es, Gesamtkonzepte und Strategien zu entwickeln sowie Anregungen und Impulse zu geben. Dies solle durch das Aufzeigen von “best practices” sowie die Entwicklung von Modellprojekten geschehen, so Siebert weiter. Dabei arbeiten die Kommissionsmitglieder mit einem weiten Gewaltbegriff, um zum Beispiel auch Gewalt im digitalen Raum erfassen zu können. Mittlerweile existiert ein Gesamtkonzept “Berlin gegen Gewalt”. Darin werden unter anderem Maßnahmen zur urbanen Sicherheit, zum Zusammenleben in Vielfalt, gegen Gewalt und für Prävention im digitalen Zeitalter benannt. Gleiches gilt für den Kampf gegen sexualisierte und häusliche Gewalt.

Kommunen gefordert

Im nordrhein-westfälischen Essen hat der Stadtrat ein Handlungskonzept für Demokratie und Vielfalt verabschiedet. Eine ähnliche Erklärung existiert im baden-württembergischen Mannheim. Der Essener Beigeordnete für Sicherheit, Recht, Verwaltung und Personal, Christian Kromberg, hält ein solches Konzept für unabdingbar. Denn die gesellschaftliche Spaltung nehme immer weiter zu und werde immer bedrohlicher. Aus seiner Sicht sind insbesondere die Kommunen hier gefragt.

Die Organisation des friedlichen Zusammenlebens sei ihre Aufgabe, weil sie das Bindeglied zwischen Staat, Land und Gesellschaft sowie die Arena für gesellschaftliche Spannungen und Interessenskonflikte bildeten. Zudem seien die Städte und Gemeinden die wichtigsten Vertreter des Staates als Gewährleister alltäglicher Sicherheit, so Kromberg.

Um an belasteten Orten im Stadtgebiet allerdings tatsächlich eine höhere Aufenthaltsqualität sowie eine verbesserte objektive und subjektive Sicherheit zu erreichen, braucht es einen ganzheitlichen, ressortübergreifenden Ansatz. Dazu seien verschiedenste Akteure gefordert, meinen Dr. Tim Lukas und Saskia Kretschmer von der Bergischen Universität Wuppertal. Um dabei erfolgreich zu sein, brauche es dann aber auch eine gute Moderation, um die unterschiedlichen Interessen miteinander in Einklang zu bringen, betonten die beiden Wissenschaftler im Rahmen des Deutschen Präventionstages.

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