Bundesregierung plant Open-Source-Strategie

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Bisher nutzt die Verwaltung überwiegend Microsoft-Produkte. Nach der Ansicht der Bundesregierung soll sich das in Zukunft ändern. Eine Abkopplung ist aber keineswegs geplant, sondern eine Hybridstrategie. (Foto: Gerd Altmann, pixabay.com)

Aktuell arbeitet die Regierung an einem Zeitplan zur Bereitstellung alternativer Software-Lösungen im Bereich “Büro Arbeitsplatz” für die öffentliche Verwaltung. In diesem Zuge wird geplant, die Bundesbehörden zumindest teilweise von Produkten von Microsoft oder anderer nicht-europäischer Firmen auf europäische Erzeugnisse umzustellen.

Bereits jetzt ist bekannt “dass es vielversprechende Alternativen, insbesondere auch im Bereich Open Source (OS) gibt, die bereits verbreitet in der Öffentlichen Verwaltung und der Wirtschaft eingesetzt werden” so die Bundesregierung. Weiter erklärt sie, “dass das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI) vom IT-Rat mit der Erarbeitung und Prüfung von Alternativen zur Auflösung der Abhängigkeiten betraut worden ist und daran arbeitet”. Des Weiteren laufen aktuell Gespräche mit verschiedenen Anbietern über die zukünftige Zusammenarbeit. Bestehende Technologiepartner sind dabei allerdings nicht ausgeschlossen: “Digitale Souveränität heißt nicht vollständig autark zu sein oder internationale Kooperationen zu vernachlässigen oder aufzugeben. Wichtig ist, dass es keine Zwänge aus Abhängigkeiten von ausländischen Anbietern oder Monopolen gibt” so die Bundesregierung in einer schriftlichen Antwort auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Bundestag.

OL-Lösungen werden von der Bundesregierung verstärkt gefordert, weil dadurch die Transparenz und Datennutzung erhöht werden können. Ferner können durch die Quelloffenheit Datenströme direkt erkannt, überprüft und auch angepasst werden. Insgesamt verfolgen Bund, Länder und Kommunen eine Hybridstrategie. Damit ist gemeint, dass alternative IT-Lösungen identifiziert und entwickelt werden, aber auch bestehende Verträge mit konventionellen IT-Anbietern weitergeführt werden um Schmerzpunkte gezielt zu reduzieren. Eine rasche Umstellung von proprietärer Software auf OL ist weder technisch machbar noch gewollt, teilte die Regierung mit.

Grund für das Umdenken ist unter anderem eine vom BMI beauftragte strategische Marktanalyse aus dem Jahr 2019. Sie hat gezeigt, dass die Öffentliche Verwaltung im Bereich Betriebssysteme und Bürokommunikation stark von Microsoft-Produkten abhängig ist. Diese Abhängigkeit kann in eingeschränkter Informationssicherheit, Datenschutzbedenken und unkontrollierbaren Kosten resultieren.

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