901 Menschen gerettet und 28-mal das eigene Leben riskiert

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Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) blickt mit Sorge auf 2021 aufgrund der vielen nicht absolvierten Schwimmprüfungen. (Foto: BS/DLRG)

Trotz der Corona-Pandemie war das Jahr 2020 ein arbeitsreiches Jahr für die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG). 901 Menschen konnten gerettet werden. 28-mal geschah dies unter dem Einsatz des eigenen Lebens der Rettungsschwimmerinnen und -schwimmer. Doch die DLRG blickt sorgenvoll auf 2021.

“Bei unserer Arbeit haben wir das Wichtigste im Mittelpunkt: das Leben”, betont DLRG-Präsident Achim Haag bei der Vorstellung der Jahresbilanz 2020 der Rettungsorganisation. Neben den über 900 geretteten Personen leistete die DLRG u. a. bei über 24.000 Personen Hilfe sowie 323-mal Unterstützung bei Umweltgefahren. Insgesamt leisteten die Helferinnen und Helfer der Gesellschaft knapp 6 Millionen ehrenamtliche Stunden. Dies sei gelebte Solidarität, so Haag.

Aber das Jahr 2021 wird alles andere als leicht. “Wir leisten zwar viel Hilfe, aber die Corona-Pandemie setzt uns unter Druck”, sagt der DLRG-Präsident. Denn durch die geschlossenen Schwimmbäder wurden über 70 Prozent weniger Schwimmprüfungen abgenommen. Dies sei in zweifacher Hinsicht dramatisch. Erstens fehle dadurch der Nachwuchs der Hilfsorganisation, da die Kinder und Jugendlichen nicht mehr zu Rettungsschwimmern ausgebildet werden könnten. So gab es erstmalig seit sechs Jahren einen Rückgang von vier Prozent bei den ehrenamtlichen Kräften. Den markantesten Rückgang beobachtet man bei der Jugend.

Zweitens würde die Schwimmfähigkeit von Kindern massiv unter den Pandemiefolgen leiden. Ein kompletter Jahrgang konnte deshalb nicht ausgebildet werden. Diese Entwicklung bereitet den Verantwortlichen der DLRG große Sorge. “Wir steuern auf ein Land der Nichtschwimmer zu”, warnt Haag. Um den “Berg” an Nichtschwimmern abzubauen, will die DLRG in den Sommermonaten eine Ausbildungsoffensive starten. Die Ausbildungskampagne der DLRG soll flächendeckend in ganz Deutschland durch die örtlichen Gliederungen durchgeführt werden. Dazu versucht die Gesellschaft sich möglichst viele Schwimmzeiten in den Freibädern zu sichern. “Es wird aber nicht möglich sein, alle nicht abgenommenen Prüfungen in den Sommerferien abzunehmen”, betont Frank Villmow, Leiter der Verbandskommunikation der DLRG. Für die Ausbildungsoffensive sei man zudem auf die Unterstützung der Kommunen und der Politik angewiesen. Mit dem weiteren Blick auf die kommende Bundestagswahl appelliert Haag an die Politik: “Schwimmbäder sind Daseinsvorsorge.”

Die Jahresbilanz 2020 der DLRG findet sich hier.

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