Aktives Schutzsystem für ungarische Lynx

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Ungarn entschied sich im Herbst 2020 für den Lynx. (Foto: BS/Rheinmetall)

Die ungarischen Schützenpanzer Lynx erhalten das Aktive Schutzsystem (Active Protection System – APS) StrikeShield. StrikeShield besteht aus Sensoren und Wirkmitteln, die in die Kontur und Architektur des gesamten Fahrzeugs integriert sind. Das Fahrzeug ist hierdurch gegen ungelenkte und gelenkte Hohlladungsbedrohungen geschützt, da anfliegende Projektile vor dem Auftreffen auf das Fahrzeug neutralisiert werden.

StrikeShield wird direkt in die hybriden Schutzmodule der 209 neuen ungarischen Lynx eingebettet. Bei diesen hybriden Schutzmodulen erhalten die Fahrzeuge anstelle konventioneller, passiver Zusatzpanzerung eine speziell ausgelegte Schutzlösung, bei welcher die Komponenten des APS vollständig zwischen der Wanne und Außenhülle des Fahrzeugs integriert sind.

“Wir sehen in der Anwendung unseres einzigartigen Hybridschutz-Designs enorme Vorteile”, sagte Dr. Manfred Salk, CEO der Rheinmetall Protection Systems GmbH. “Die Bedrohungen, gegen die klassischer Passivschutz ausgelegt wird, sind standardisiert und etabliert. Hybride Designs unterscheiden sich davon. Sie erlauben es uns, mit neuen Bedrohungen und daraus resultierenden Effekten besser umgehen zu können. Hierzu gehört beispielsweise die Residualenergie zerstörter Raketen, welche auf die Fahrzeughülle treffen und deflagrieren. Die Kombination von passiven und aktiven Schutztechnologien zu hybriden Schutzlösungen ermöglicht unseren Kunden einzigartige Vorteile hinsichtlich der Schutzleistung, aber auch hinsichtlich Gewichts- und Kosteneffizienz.”

Im September 2020 entschied sich Ungarn als erstes NATO- und EU-Mitglied für den in Deutschland durch Rheinmetall entwickelten Schützenpanzer Lynx. Der entsprechende Vertrag für 218 Lynx KF41, neun Bergepanzer 3 Büffel sowie dazugehörende Leistungen und Ersatzteilen belief sich auf über zwei Milliarden Euro. In einer ersten Produktionsphase soll Ungarn 46 Lynx sowie neun Büffel aus deutscher Fertigung erhalten, wobei die Auslieferung bis Anfang 2023 abgeschlossen sein soll. In einer zweiten Phase sollen dann in Ungarn 172 weitere Lynx produziert werden.

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