Event zur Nutzung von Biosensoren

0
285
Wearables können die körperliche Überlastung vermeiden und die Ausbildung optimal an die Soldaten anpassen. (Foto: BS/Bundeswehr/Alexander Markus)

Viele Menschen tragen mittlerweile so genannte Biosensoren, also Wearables, die je nach Gerät Schritte, Puls, Temperatur, Schlaf usw. messen. Diese Daten für die medizinische Diagnostik und Vorsorge zu nutzen, bietet sich an. So begann im vergangenen Jahr das Robert Koch-Institut (RKI) mit der Datenspende-App eine der größten weltweiten Feldstudien zur Corona-Vorhersage, die sich rein auf die Daten der Wearables stützt. Auch für das Militär ergeben sich Vorteile, die jüngst in einem vom Koblenzer Multinational Medical Coordination Centre/European Medical Command (MMCC) veranstalteten zivil-militärischen digitalen Event zum Thema Biosensoren diskutiert wurden.

Rund 130 Teilnehmer aus 20 Nationen folgten den internationalen Vortragenden, die über erste positive Erfahrungen von der Nutzung der Daten berichteten. “Soldatinnen und Soldaten müssen in vielen Situationen ebenfalls an ihre Leistungsgrenze gehen und sogar darüber hinaus. Mit Biosensoren können gesundheitsfördernde und präventive Maßnahmen unterstützt werden”, beschreibt die Bundeswehr eine Erkenntnis. “Eine besondere Rolle bieten sie in der Militärmedizin, hier speziell bei der Behandlung von Verwundeten. Sie können Entscheidungsprozesse beschleunigen, den Gesundheitszustand der Verwundeten schneller erfassen und entlasten dadurch das medizinische Personal.”

Einer der Mitorganisatoren des Workshops, Oberleutnant Alexander Schäbler, berichtete: “Als Einsatzoffizier habe ich bereits mehrere ernste Situationen erlebt und weiß daher wie wichtig es ist, in kritischen Momenten den Überblick zu behalten.” Die Daten könnten beispielsweise bei einem Massenanfall von Verwundeten gewährleisten, dass jene mit instabilen Lebenswerten früher behandelt würden. Die Reihenfolge wäre nicht mehr vom aufwendigen Augenschein durch geschulte Sanitäter, sondern automatisch und sicherer durch die Biosensoren gegeben. Eine der Kernfragen bei der Veranstaltung war dementsprechend allerdings das Vertrauen in die Auswertung der gewonnenen Daten durch Künstliche Intelligenz (KI), die im Rahmen der Verwundetenversorgung dann tatsächlich über Leben und Tod entscheiden würde. Schließlich bliebe im Ernstfall kaum die Zeit, die Entscheidung der KI noch zu prüfen.

Auch bei der Leistungssteigerung und dem Erhalt der Gesundheit der Soldaten könnten die Wearables gute Arbeit leisten. Die körperliche Überforderung von Rekruten oder Soldaten ließen sich ebenso vermeiden wie die daraus resultierenden körperlichen Schäden.

Das MMCC wollte mit dem Workshop die Vernetzung der Experten für einen multinationalen, zivil-militärischen und interdisziplinären Austausch schaffen. Aus diesem Experten-Netzwerk heraus sollen zukünftig gemeinsame Handlungsfelder und Projekte identifiziert werden.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here