Personalreserve gefordert

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Der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Hartmann (links), Malteser Vorstandsvorsitzender Elmar Pankau (Mitte) und Vizepräsident des Malteser Hilfsdienstes (MHD), Albrecht Prinz von Croÿ (rechts) fordern eine Personalreserve im Bevölkerungsschutz. (Foto: BS/Malteser)

Der Malteser Hilfsdienst (MHD) und der Bundestagsabgeordnete Sebastian Hartmann (SPD) fordern den Aufbau einer Reserve von Personal mit medizinischen und pflegerischen Grundqualifikationen. Der derzeitige Bevölkerungsschutz reiche für langanhaltende Notlagen nicht aus, so die MHD-Vertreter.

Der Bevölkerungsschutz in Deutschland sei zwar für lokale und zeitlich begrenzte Schadenslagen, wie Waldbrände oder Hochwasser, gut vorbereitet, für langandauernde Lagen sei jedoch eine Personalreserve nötig. Deshalb haben die Malteser auf Basis der Pandemieerfahrungen einen Vorschlag für eine neue Dienstmöglichkeit im Bevölkerungsschutz ausgearbeitet. Der Vorschlag trägt den Titel “Gesellschaftsdienst im Bevölkerungsschutz”. Dieser Dienst soll auf vier Jahre ausgelegt werden. Dazu sollen Freiwillige zu Pflegehilfskräften ausgebildet werden. Als Voraussetzung einer solchen Reserve sieht Malteser Vize-Präsident Albrecht Prinz von Croÿ die Freistellung der freiwilligen Kräfte von ihren hauptamtlichen Tätigkeiten ohne finanzielle Einbußen an.

“Wir haben ein gutes Bevölkerungsschutzsystem, das getragen wird von erfahrenen Hilfsorganisationen wie den Maltesern und Millionen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern. Die Corona-Pandemie hat aber gezeigt: In einer Krise, die nicht nur ein Bundesland betrifft, braucht es eine koordinierte Abstimmung über alle Ebenen hinweg – und damit mehr Entscheidungsspielraum und auch Zuständigkeiten für den Bund. Der Bund muss in der Lage sein, entschlossen und konsequent zu handeln”, unterstrich Hartmann die Forderung nach einer Neuaufstellung des Bevölkerungsschutzes. Dazu gehöre eine Stärkung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Das BBK könnte mit einer Kompetenzerweiterung die Bundesländer mit z. B. einem zentral erstellten Lagebild oder einer zentral organisierten Beschaffung von Schutz- und Versorgungsmaterialien besser unterstützen.

Eigenes Konzept gefordert

Die Vertreter der Malteser und der Bundestagsabgeordnete forderten zudem, dass der Bund in Zukunft umfangreichere Vorhaltungen mit medizinischen Materialien, Arzneimitteln und sonstigen wichtigen Gütern gewährleisten muss. Der Bevölkerungsschutz müsse außerdem mit einem eigenen “Konzept Zivile Verteidigung” auf unterschiedliche Bedrohungsszenarien vorbereitet werden.

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