Weniger Einsätze für Berliner Feuerwehr

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Berlins Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen (vorne) und Innensenator Andreas Geisel (SPD, hinten 2.v.l.) präsentierten den Jahresbericht der Berliner Feuerwehr. (Foto: BS/Feldmann)

Im vergangenen Jahr hatte die Berliner Feuerwehr insgesamt 470.238 Einsätze zu bewältigen. Das sind rund 8.000 weniger als 2019. Prozentual beträgt der Rückgang 1,6 Prozent. Es handelt sich um die erste Abnahme seit 2009.

Der Rückgang beruht wesentlich auf starken Abnahmen bei Erkundungen. Deren Zahl ging um 86 Prozent zurück. Zuwächse gab es hingegen bei der Brandbekämpfung (plus 27 Prozent), der Technischen Hilfeleistung (plus zwölf Prozent) und beim Rettungsdienst (Zunahme der Einsatzzahlen um fünf Prozent). Pro Tag bewältigte die Berliner Feuerwehr im vergangenen Jahr durchschnittlich 1.288 Einsätze. Im Rettungsdienst gab es 2020 15.395 Corona-Transporte. Davon waren 4.208 bestätigte Infektionsfälle, 1.337 begründete Verdachtsfälle und 9.850 Fälle in Abklärung. Es kam zu 117 aktenkundig gewordenen Fällen von Gewalt gegen Einsatzkräfte.

Im Bereich der Notfallrettung erreichte die Berliner Feuerwehr allerdings nur selten die per Zielvereinbarung mit der Senatsverwaltung für Inneres festgelegte Hilfsfrist von zehn Minuten. Eigentlich soll diese in 90 Prozent aller Fälle erreicht werden. Tatsächlich war dies 2020 jedoch nur in 52,1 Prozent der Fall. Hier habe man “noch eine große Strecke zu bewältigen”, erklärte Berlins Landesbranddirektor Dr. Karsten Homrighausen. Berücksichtigt werden muss in diesem Zusammenhang aber auch, dass die Hilfsfrist in Berlin mit Annahme des Notrufs in der Leitstelle anfängt zu laufen. In anderen Bundesländern ist das anders. So beginnt in Baden-Württemberg die Hilfsfrist erst zu laufen, sobald das erste Einsatzmittel ausrückt.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagte zu den Einsatzzahlen: “2020 war auch für die Feuerwehr ein Jahr, das von der Pandemie geprägt war, zum Beispiel durch gesunkene Einsatzzahlen. Wir dürfen uns aber nicht täuschen lassen.” Die Feuerwehr arbeite weiterhin am Limit.

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