Neue Infrarotkameras bei nordrhein-westfälischer Polizei

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Bei der nordrhein-westfälischen Polizei finden künftig neue Infrarotkameras Anwendung. Die Geräte wurden von der Polizei selbst entwickelt. (Foto: BS/PP Düsseldorf/Polizei NRW)

Bei der nordrhein-westfälischen Polizei kommen künftig neue Infrarotkameras zum Einsatz. Sie werden vor allem verwendet, um Blutspuren zu detektieren. Es handelt sich um eine Eigenentwicklung.

Die Kameras gehen zurück auf einen Prototyp, der von drei Mitarbeitern des Polizeipräsidiums Düsseldorf entwickelt wurde. Sie wollten schwer auffindbare Tatortspuren mit nur einem Gerät leichter sichtbar machen und fotografieren können. Allerdings gab es am freien Markt noch keine passgenaue Lösung, weshalb sie den Prototyp KTvisio bauten. Dabei nutzten die Beschäftigten marktübliche Bauteile und lizenzfreie Open Source-Softwareelemente.

Im LZPD zur Serienreife gebracht

KTvisio hilft in erster Linie dabei am Tatort Blutspuren aufzufinden. Daneben können auch Tätowierungen von starkfäulnisveränderten Leichen oder Schmauch- und Schuhabdruckspuren auf Textilien sichtbar gemacht werden. Das wurde auch durch Experten des Landeskriminalamtes (LKA) bescheinigt. Die dort ansässige Zentralstelle für Kriminaltechnik prüfte den Prototyp auf Herz und Nieren, bestätigte den Nutzen und sprach sich für einen flächendeckenden Einsatz bei der Polizei in Nordrhein-Westfalen aus.

Daher wurde der Prototyp beim Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) im Sachgebiet “Sonderentwicklung” in enger Absprache mit Kriminaltechnikern optimiert und zur Serienreife gebracht. Anschließend wurden die Geräte von Auszubildenden der IT-Systemelektronik montiert. Der größte Teil der bereits gebauten 100 Geräte wird an die Ermittlungsbehörden ausgeliefert, eine Reserve verbleibt beim LZPD NRW. Durch die Eigenentwicklung konnten die Kosten im Vergleich zu einer externen Auftragsvergabe deutlich reduziert werden.

Innenminister Herbert Reul (CDU) erklärte dazu: “Das ist eine Idee von der Polizei für die Polizei. Da hatten drei Kollegen ein Problem, das sie kurzerhand angegangen sind und gelöst haben. Dank einer großartigen Zusammenarbeit aller Behörden ist dabei ein serienreifes Produkt entstanden. Ich bin sicher, dass die Infrarotkamera die Kriminaltechnischen Untersuchungsstellen und die Erkennungsdienste bei der Spurensuche unterstützen wird.”

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