Sozialkompetenz der Thüringer Polizei wird gestärkt

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Bei der Thüringer Polizei gibt es bereits ein Bildungszentrum (Foto). Nun soll an den Bildungseinrichtungen der Landespolizei auch ein Sozialkompetenzzentrum eingerichtet werden. (Foto: BS/Steve Bauerschmidt)

In drei Schritten will Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) Polizistinnen und Polizisten in ihrer täglichen Arbeit weiter unterstützen und so für die Zukunft rüsten. Hintergrund sind die immer weiter gestiegen gesellschaftlichen Erwartungen an die Beamten, das Vertrauen, welches die Bürgerinnen und Bürger den Sicherheitsbehörden entgegenbringen, aber vor allem die jüngsten rechtsextremen Vorfälle in den Polizeien verschiedener Bundesländer.

Der Erfurter Ressortchef sagte: “Unsere Polizistinnen und Polizisten sorgen Tag und Nacht für unsere Sicherheit und verdienen unsere volle Unterstützung. Gleichwohl müssen wir die Ursachen der Fälle von Fehlverhalten untersuchen und die richtigen Schlüsse daraus ziehen.” Besonders wichtig sei es ihm zu erforschen, inwieweit die tägliche Polizeiarbeit dazu beitragen könne, dass sich Vorurteile oder rechte Stereotype in der Polizei überhaupt herausbildeten, entwickelten oder verstärkten.

Der erste Schritt besteht in der Beteiligung an der bundesweit durchgeführten Studie über “Motivation, Einstellung und Gewalt im Alltag von Polizeivollzugsbeamten – MEGAVO” der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol). Der zweite Schritt umfasst die Einrichtung und den Betrieb eines Sozialkompetenzzentrums an den Bildungseinrichtungen der Thüringer Polizei. Dieses Kompetenzzentrum ist über die aktuellen Studien hinaus künftig für das Feld der Sozialforschung mit polizeilichem Bezug verantwortlich.

Parallel zur laufenden MEGAVO-Studie und der thüringenspezifischen Auswertung durch den wissenschaftlichen Bereich des eingerichteten Fachbereichs “Soziale Kompetenzen” wird zudem in einem begleitenden dritten Schritt das Forschungsdesign für eine eigene Thüringer Studie zur Polizeiarbeit erstellt. Dabei sollen unter Beteiligung von Gewerkschaften, Betroffenenverbänden und Fachleuten die gegebenenfalls Diskriminierung befördernden strukturellen und gesetzlichen Bedingungen, der Stand sowie die Entwicklung einer Fehlerkultur innerhalb der Polizei Thüringens und einstellungsmotiviertes Fehlverhalten im Rahmen von Polizeieinsätzen betrachtet werden.

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