Deutscher Abschied von Afghanistan

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Die letzten deutschen Soldaten steigen in Afghanistan in ein Transportflugzeug vom Typ Boeing C-17 "Globemaster III" für den Rückflug über die georgische Hauptstadt Tiflis nach Deutschland ein. (Foto: Bundeswehr/Torsten Kraatz)

Laut Berliner Verteidigungsministerium haben heute gegen Mitternacht Ortszeit die letzten Bundeswehr-Soldaten das Land am Hindukusch per Lufttransport verlassen. Ein Sicherungstrupp des Kommandos Spezialkräfte (KSK) war dafür vor Ort gewesen. Damit endet für die deutschen Angehörigen der NATO-Mission “Resolute Support” ein insgesamt fast zwanzigjähriger Einsatz in Afghanistan.

An Bord einer Transportmaschine der Luftwaffe vom Typ Airbus A400M befand sich auch der letzte Kommandeur des deutschen Kontingents, Brigadegeneral Ansgar Meyer, der das KSK künftig kommandieren soll. Der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr, Generalleutnant Erich Pfeffer, hat die Soldatinnen und Soldaten bei ihrer Ankunft am Luftwaffenstützpunkt Wunstorf bei Hannover empfangen. General Pfeffer wird dann auch General Meyer von seinem Kommando als Kommandeur deutsches Einsatzkontingent Afghanistan entbinden.

Damit ist für die Bundeswehr einer der längsten, aber vor allem “der wohl prägendste Auslandseinsatz ihrer Geschichte”, so das BMVg, zu Ende gegangen. Zuerst dienten die deutschen Soldaten im Rahmen der Stabilisierungsmission “International Security Assistance Force” (ISAF) und dann im Rahmen der Ausbildungsmission “Resolute Support” (RS). Insgesamt befanden sich rund 160.000 Bundeswehr-Angehörige im Afghanistan-Einsatz, viele von ihnen waren mehrfach dort. 59 deutsche Soldaten haben dabei am Hindukusch ihr Leben verloren, 35 davon sind durch Feindeinwirkung gefallen.

In den vergangenen Wochen wurden Personal und Material der Bundeswehr aus den verbliebenen Standorten in der Hauptstadt Kabul und in Masar-i Scharif nach Deutschland zurückgebracht. Vor dem Beginn der Rückverlegung im vergangenen Monat hatte die deutsche Personalstärke noch etwa 1.100 Soldatinnen und Soldaten betragen. Diese wurde kontinuierlich reduziert und die Truppe in die Bundesrepublik zurückgeflogen. Parallel dazu ist Material im Volumen von ungefähr 750 Container-Äquivalenten auf dem Land- und Luftweg nach Deutschland zurückgebracht worden. Darunter waren rund 120 Fahrzeuge und sechs Hubschrauber.

“Die Bundeswehr”, so der Befehlshaber des Einsatzführungskommandos in Schwielowsee bei Potsdam, “hat sich bei den Missionen ISAF und RS von Beginn an zum Grundsatz ‘gemeinsam rein, gemeinsam raus’ bekannt und gemeinsam mit unseren Verbündeten in Afghanistan engagiert. Es war daher von Anfang an klar, dass bei einer Rückverlegung der NATO auch die Bundeswehr ihre Präsenz im Lande beenden wird.”

2 Kommentare

  1. Herr Hampel und auch Herr  Patzderski  ( Bundeswehroffizier A.D.)  beide AFD, warnten  schon seit Jahren vor dem Einsatz der deutschen Soldaten in Afghanistan!
         
    Der Einsatz hatte 59 tote deutsche Soldaten zur Folge, denen Dank und Hochachtung gebührt!   
       
    Siehe kurzes, treffendes Statement der AFD  (einzige echte und  größte Oppositionspartei, von bereits  10 Mio.  Deutschen gewählt)     
        
      
             
       https://afdbundestag.de/hampel-es-gilt-aus-dem-gescheiterten-afghanistan-einsatz-zu-lernen  

  2. Es gab keine Sondersitzung des Bundestags, um die zurückgelehrten Afghanistan Soldaten zu würdigen. Was werden diese Veteranen wohl denken?

    Die Soldaten wurden ohne offiziellen Aufmarsch, einem sog. großer Appell (mit Zapfenstreich möglich) und von Niemandem aus der Politik empfangen!
    Dazu hat der enttäuschte Bundeswehr Weteranenverband bzw. Soldatenverband dbwv.de sogar eine offizielle Stellungnahme abgegeben.

    Siehe z.b. auch bei n-tv :

    https://www.n-tv.de/politik/Wehr-Verband-verurteilt-Umgang-mit-Soldaten-article22676142.html

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