Datenaustausch per Erlass

0
729
Um Infektionsketten nachvollziehen und unterbinden zu können, ist die Ausstattung und Vernetzung der kommunalen Gesundheitsämter entscheidend. In NRW soll dies nun per Erlass umgesetzt werden. (Foto: geralt, pixabay.com)

Kreise und kreisfreie Städte in Nordrhein-Westfalen müssen bis zum 30. September 2021 den flächendeckenden Datenaustausch zwischen den Gesundheitsämtern sicherstellen. Bis zum Herbst wolle man so die digitale Kontaktpersonennachverfolgung in den Gesundheitsämtern weiter ausbauen, heißt es seitens der Landesregierung Nordrhein-Westfalen.

In diesem Sinne hat das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium sich mit einem entsprechenden Erlass an die Kommunen gewandt. Laut Ministerium könne unter anderem durch die Software SORMAS Exchange (SORMAS-X) Infektionsketten über kommunale Grenzen hinweg verfolgt und dadurch gezielte Schutzmaßnahmen eingeleitet werden. “Wir müssen bei den aktuell niedrigen Inzidenzen daher so schnell wie möglich zusehen, dass digitale Angebote und Unterstützungsmöglichkeiten, wie sie zum Beispiel bei SORMAS-X zur Verfügung stehen, genutzt werden”, erklärt Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Auch das Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie Nordrhein-Westfalens unterstützt die digitalen Lösungen für die Kontaktnachvollziehung. Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart: “Die Landesregierung arbeitet seit Langem intensiv daran, die Gesundheitsämter in Nordrhein-Westfalen als zentrale Leistungsinstanz bei der Bewältigung der Pandemie mit digitalen Lösungen für die Kontaktnachvollziehung zu stärken.” Dadurch sei man für eine mögliche vierte Corona-Welle im Herbst sehr gut gerüstet.

Laut Helmut Dedy, Geschäftsführer des Städtetag NRW, haben viele Städte bereits erprobte digitale Systeme, welche die Kontaktverfolgung auch bei höheren Inzidenzen sicherstellen und zum Teil sogar Features hätten, über die Sormas leider nicht verfüge. Er warnt daher vor einer Softwareeinführung mit der Brechstange. Und Martin Klein, Hauptgeschäftsführer des nordrhein-westfälischen Landkreistags, kritisiert die Mehrkosten, die mit einer verpflichtenden Umstellung auf Sormas, auf die kommunalen Gesundheitsämter zukämen.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here