Seefernaufklärer: Deutschland akzeptiert U.S.-Angebot

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Der neue Seefernaufklärer der Deutschen Marine: P-8A Poseidon. (Foto: BS/Boeing)

Am 30. Juni unterzeichnete das BAAINBw den sogenannten “Letter of offer and acceptance”, mit dem das durch die amerikanische Defense Security Cooperation Agency zum Export bewilligte Angebot über fünf P-8A Poseidon inklusive Zubehör und weiterer Leistungen (wir berichteten) formell durch Deutschland akzeptiert wurde. Es fehlt nun nur noch die Unterzeichnung des Vertrages mit dem Hersteller Boeing, der allerdings reine Formsache ist, da die Rahmenbedingungen bereits im bewilligten Antrag feststehen.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer betonte auch bei ihrem USA-Besuch während eines Treffens mit ihrem Counterpart Lloyd J. Austin ihre Freude darüber, dass der Kauf der fünf neuen Seefernaufklärer damit eingeleitet sei. Der Haushaltsausschuss des Bundestages hatte in der Woche zuvor die Beschaffung gebilligt. Der Vertrag hat ein Volumen von circa 1,1 Milliarden Euro.

Die P-8A Poseidon bietet eine einzigartige Multimissionsfähigkeit und ist aktuell das einzige Flugzeug im Einsatz und in der Produktion, das die gesamte Bandbreite an maritimen Herausforderungen abdeckt. Da sie auf einem zivilen Modell aufbaut, das unter anderem von Ryanair geflogen wird, können auch die militärischen Nutzer auf ein weltweites Wartungsnetzwerk zugreifen. Aber auch die P-8A Poseidon besitzt einen weltweiten Bestand von über 130 Flugzeugen, die insgesamt über 300.000 Stunden zur U-Boot-Abwehr, Aufklärung und Überwachung sowie für Such- und Rettungseinsätze geflogen sind.

“Diese sogenannten Maritime Patrol Aircraft zu beschaffen, ist für die Marine zwingend erforderlich, um die Fähigkeit zur Langstrecken-Aufklärung über See und weiträumigen U-Boot-Abwehr aus der Luft zu behalten”, betonte die Deutsche Marine. “Die Lücke zwischen 2025 und 2035 war entstanden, weil die Bundeswehr die Modernisierung des bisherigen Seefernaufklärers der Marine, der P-3C Orion, im Juni 2020 beendet hatte. Das deutsch-französische Nachfolgeprojekt Maritime Airborne Warfare System soll bis 2035 umgesetzt sein. Nach einer Sichtung am Markt verfügbarer Militärflugzeuge dieses Typs beurteilte die Bundeswehr die P-8A Poseidon als leistungsfähige Interimslösung.”

“Boeing fühlt sich geehrt, Deutschland mit dem weltweit leistungsfähigsten Seefernaufklärer auszustatten”, sagte Michael Hostetter, Boeing Defense, Space & Security Vice President in Deutschland. “Wir werden weiterhin mit der US-Regierung, der deutschen Regierung und der Industrie zusammenarbeiten, um ein zuverlässiges Wartungspaket zu erstellen, das die Einsatzbereitschaft der P-8A-Flotte der Deutschen Marine sicherstellt.”

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