Beratungsleistungen für den Bund

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In den letzten 16 Monaten gaben die Bundesministerien rund 60,5 Mio. Euro für Beratungsleistungen an die sogenannten Big Four Wirtschaftsprüfer aus. (Foto: Capri23auto, pixabay.com)

Der Bund gab für Beratungsleistungen der sogenannten Big Four Wirtschaftsprüfer von Januar 2020 bis April 2021 insgesamt rund 60,5 Mio. Euro aus. Das geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Fraktion Die Linke hervor.

Zu den Big Four, den in Deutschland größten Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen, gehören KPMG, Ernst & Young (EY), Deloitte und PricewaterhouseCoopers. Von Januar 20202 bis April 2021 gaben die Bundesministerien insgesamt etwas mehr als 60,5 Mio. Euro aus. Der größte Anteil entfiel mit rund 24, 3 Mio. Euro auf Aufträge des Bundesgesundheitsministeriums an EY. Das Bundesfinanzministerium zahlte 8,7 Mio. Euro für Beratungsleistungen an KPMG. Drittgrößter Posten sind Zahlungen des Bundesinnenministeriums in Höhe von 5,8 Mio. Euro an KPMG.

Mit Beratungsleistungen in Höhe von 58.000 Euro gab das Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV) mit Abstand am wenigsten für Beratungsleistungen über den gesamten Zeitraum aus.

Kritik an E&Y

Insgesamt gingen die meisten Aufträge der Bundesministerien an E&Y. Knapp 24,4 Mio. Euro zahlten die Bundesministerien für Beratungsleistungen an das Unternehmen. Aus den Antworten der Bundesregierung auf weitere parlamentarische Anfragen der Fraktion Die Linke geht ebenfalls hervor, dass das das Unternehmen Ernst& Young insbesondere im letzten Jahr wesentlich von Aufträgen des Bundes profitiert habe, auch aufgrund von Beratungsaufträgen im Zusammenhang mit der Pandemiebewältigung. Das Unternehmen steht im Zusammenhang mit dem Wirecard-Skandal in der Kritik. Im Rahmen der Untersuchungen um Wirecard habe die Abschlussprüferaufsichtsstelle (APAS) Hinweise auf strafbares Verhalten von EY-Prüfern bei Wirecard gefunden. Zuletzt habe auch das Gutachten des Ermittlungsbeauftragten des parlamentarischen Untersuchungsausschusses Wirecard auf Fehler von EY aufmerksam gemacht.

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