Appell zum Ende des Afghanistan-Einsatzes

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Rückkehrerappell in Wunstorf am 30. Juni 2021. (Foto: BS/Bundeswehr/Torsten Kraatz)

Die Diskussionen um den Appell zum Ende des Afghanistan-Einsatzes gehen weiter. Das BMVg hatte mitgeteilt, nachdem die Ankunft der letzten deutschen Soldaten aus Afghanistan ohne jegliche politische Präsenz stattfand, dass es eine “Würdigung der Truppe am 31. August” geben werde. Details sind mittlerweile weder auf der Homepage des BMVg noch der Bundeswehr zu finden, obwohl dort vor einigen Tagen noch der Bendlerblock als Ort und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier als höchster Repräsentant des Staates genannt wurden.

Dieses Löschen der Informationen zeigt wahrscheinlich die Unsicherheit bezüglich des Ortes. Einige Parlamentarier fordern, dass der Appell vor dem Reichstag stattfindet. Ebenso wurden Stimmen aus dem politischen Umfeld laut, dass der Einsatz einen Zapfenstreich verdient hätte. Dies entspricht allerdings nicht der militärischen Tradition, da mit einem Zapfenstreich normalerweise das Lebenswerk und der besondere Einsatz von Personen gewürdigt werden. Mit dem Zapfenstreich verabschiedet Deutschland Bundespräsidenten, Bundeskanzler und Generale bzw. Admirale ab drei Sternen aufwärts. Angesichts der im Afghanistan-Einsatz Gefallenen wäre ein Zapfenstreich dementsprechend nicht angemessen, “Der gute Kamerad” wäre passender.

Update:

Wie die Welt berichtet, soll der 31. August mit einem Gedenken am Ehrenmal der Bundeswehr starten, es folgt ein Appell im Bendlerblock mit der Rede des Bundespräsidenten, als dritte Station ist eine Zeremonie plus Empfang durch Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble geplant, bevor der Große Zapfenstreich vor dem Reichstagsgebäude das Finale bildet. Auf dieses Vorgehen hätten sich BMVg und Parlament geeinigt, schreibt die Welt.

Dem Minimalistischem bei der Rückkehr der letzten Soldaten aus Afghanistan an einem menschenleeren Flughafen folgt nun also ein Gemischtwarenladen an Zeremonien, die so noch nie zusammen gehörten. Durch diese Mischung verlieren allerdings auch die einzelnen Traditionen ihre Bedeutung, da sie nicht mehr alleine stehen, sondern wahllos zu einem „Erlebnistag Afghanistan“ kombiniert wurden, bei dem eigentlich nur noch eine begleitende Kirmes mit Feuerwerk fehlt.

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