Wasserstoff goes Schiene

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Wasserdampf und Stille ist alles, was der mit Wasserstoff betriebene Zug hinterlässt. Mit der neuen Technologie, soll das umweltfreundliche Verkehrsmittel Schiene noch mehr Emissionen einsparen. (Alstom/Michael Wittwer/Christoph Busse)

Baden-Württemberg testet einen mit Wasserstoff betriebener Zug im regulären Betrieb. Während warmer als auch kalter Jahreszeiten muss das Fahrzeug seine Alltagstauglichkeit in der anspruchsvollen Topografie der Schwäbischen Alb unter Beweis stellen. Verantwortlich für den Probebetrieb sind das baden-württembergische Verkehrsministerium, der Fahrzeughersteller Alstom und die Südwestdeutsche Landesverkehrs-AG (SWEG).

Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann erklärt anlässlich der Eröffnungsfahrt am 12.7.2021: “Zwei gute Gründe, warum wir neue Technologien fördern: Sie sind lokal emissionsfrei und die Triebwagen sind geräuscharm – ein Plus für die Anwohner.” Von Mitte Juli 2021 bis voraussichtlich Ende Februar 2022 wird der Zug auf den Strecken Eyach – Hechingen und Hechingen – Gammertingen – Sigmaringen unterwegs sein. Bisher wurden diese Strecken von Dieselloks befahren. Die Stuttgarter Nachrichten berichteten, dass der Zug Coradia iLint auf seiner Premierenfahrt mit gut zehn Minuten Verspätung am Zielbahnhof Gammertingen (Landkreis Sigmaringen) ankam, da er auf der eingleisigen Strecke auf einen entgegenkommenden Zug habe warten müssen.

Bereits seit 2018 betreiben in Niedersachsen die Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser Strecken mit den klimafreundlichen Triebwagen der Firma Alstom. Müslüm Yakisan, Präsident von Alstom in Deutschland, Österreich und der Schweiz: “Jetzt freuen wir uns darauf, diese Erkenntnisse in den Probebetrieb auf den Zollern-Alb-Bahnen einzubringen und den Passagieren eine neue Art des Fahrkomforts zu ermöglichen – zuverlässig, geräuscharm und vor allem völlig emissionsfrei.” Vollgetankt hat ein Coradia iLint, laut Verkehrsministerium, eine Reichweite von bis zu 1.000 Kilometern. Mit dieser klimafreundlichen Technologie ließen sich demnach Strecken, bei denen der Bau von Oberleitungen zu schwierig oder zu langwierig sei, noch umweltfreundlicher befahren. “Gemeinsam mit @bwegtBW und der #SWEG treiben wir so die nachhaltige Mobilität in der Region voran”, twitterte Alstom anlässlich der Premierenfahrt.

Der Probebetrieb wird durch einen externen Sachverständigen begleitet. “Mit den Erfahrungen im Echtbetrieb können alternative Antriebe weiterentwickelt und ihre Marktreife verbessert werden”, erläutert Hermann. Und SWEG-Vorstandsvorsitzende Tobias Harms führt aus: “Wir stehen vor der Frage, wie künftig in Regionalnetzen lokal emissionsfreier Zugverkehr angeboten werden kann. Uns ist es wichtig zu erfahren, ob es fahrzeugseitige Alternativen zur klassischen Elektrifizierung des Schienenwegs gibt.”

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