Zukunft deutscher Landstreitkräfte 2030+

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Grafik aus dem Hintergrundpapier zu den geplanten schweren, mittleren und leichten Kräften. (Grafik: BS/Kommando Heer)

Als Hintergrund zu den Gesprächen am Ehrenmal veröffentlichte das Deutsche Heer erste Einblicke in die zur Zeit in der Bearbeitung befindlichen Operativen Leitlinien. Die Operativen Leitlinien (OpLL) sollen die Grundsätze und Vorgaben des Inspekteurs des Heeres zur Zukunft deutscher Landstreitkräfte 2030+ umfassen. Die Finalisierung ist für den Herbst 2021 vorgesehen.

“Die operative Funktion deutscher Landstreitkräfte wird durch kohäsive Großverbände, mit organischen Elementen der Führungs-, Kampf-, Einsatz- und sanitätsdienstlichen Unterstützung einschließlich entsprechender Reserven erfüllt, um aus dem Stand heraus den Anforderungen an skalierbarer Reaktionsfähigkeit und Durchsetzungsfähigkeit vor allem im Rahmen der Bündnisverteidigung auch perspektivisch gerecht zu werden”, beschreibt das Kommando Heer. “Aus organischer Grundaufstellung von drei Heeresdivisionen und Korpsanteilen heraus müssen deutsche Landstreitkräfte reaktionsschnell („Kaltstartfähigkeit“), flexibel und durchsetzungsfähig gleichzeitig in Bündnisverteidigung, Landesverteidigung und Heimatschutz Aufgaben in der Dimension Land wahrnehmen können.”

Die deutschen Landstreitkräfte seien dabei, gemeinsam mit den europäischen Partnern, die wesentlichen Stützpfeiler, “um durch eine schnelle und in Umfang wie Intensität skalierbare ‘Gegenkonzentration’ einer Aggression entgegenzutreten”. Hierfür sei ein multidimensionaler und wirkungsorientierter Ansatz ebenso erforderlich wie ein mobiler Schutz der Bodentruppen gegen Bedrohungen aus dem bodennahen Luftraum sowie gegen hybride gegnerische Fähigkeiten.

“Ein ausgeglichener Fähigkeitsmix deutscher Landstreitkräfte mit leichten, mittleren und schweren Kräften ist das Schlüsselelement dazu. Anforderungen an die Fähigkeiten und Bedarfsgrößen unserer Landstreitkräfte leiten sich aus dieser operativen Funktion ab”, betont das Kommando Heer.

Allerdings bedinge die erneute Konzentration auf die Landes- und Bündnisverteidigung auch eine erneute Einbettung in internationale Verbände. “Zur Bewältigung der bevorstehenden Aufgaben und Bereitstellung von Großverbänden mit hoher Verfügbarkeit wird es ohne eine konsequente Weiterentwicklung europäischer Kooperation und Integration nicht gehen”, stellt das Kommando Heer fest. “Entscheidend wird sein, auch die Beiträge der kleineren europäischen Nationen in durchsetzungsfähige und militärisch effektive Großverbände einzubinden. Bestehende Konzepte wie das Framework Nation Konzept bieten dabei einen Anknüpfungspunkt, der insbesondere für die Landstreitkräfte weiterzuentwickeln ist.” Deutschland käme hierbei als Anlehnungsnation eine Schlüsselrolle zu.

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