Big-Data in Kommunen

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Die Daten des Einzelnen werden von privaten Firmen bereits rund um die Uhr erfasst. Auch Kommunen könnten einen Nutzen aus einer verbesserten Datenlage ziehen und Entscheidungen besser im Sinne der Bedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger abwägen. (BS, geralt, pixabay.com)

Während sich die Wirtschaft die tagtäglich anfallenden Datenmengen jedes Einzelnen längst zu Nutze macht, wird dieses Handlungsfeld von Städten und Gemeinden noch kaum beachtet. Helmut Dedy, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetags, erklärt: “Die Stadt der Zukunft ist auf Daten gebaut.”

Viele Kommunen haben in den letzten Jahren ihre Onlinepräsenz ausgebaut und digitale Serviceleistungen zur Verfügung gestellt – die daraus generierten Daten werden jedoch nicht genutzt! In einer Studie mit PD – Berater der öffentlichen Hand hat der Deutsche Städtetag diesen Umstand untersucht. Das Ergebnis sind Handlungsempfehlung und praktische Hinweise, um nicht Google und Co. das Feld zu überlassen.

Die Studie “Die Stadt der Zukunft mit Daten gestalten” empfiehlt unter anderem den Einsatz von Open-Source-Komponenten, um die Souveränität der Datenplattform-Architektur zu gewähren und Innovationen zu beschleunigen. Zudem wird empfohlen mit Anwendungsfällen zu starten, statt direkt eine Komplettlösung zu schaffen, sodass der Nutzungsgedanke und die Bedürfnisse der unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure im Vordergrund stehen. “Die Daten können beispielsweise Antworten darauf geben, wo es einen Fahrradweg braucht oder wie Schulbezirke klug zugeschnitten werden sollten”, meint Dedy. Das Potenzial sei enorm und viele Möglichkeiten kenne man noch gar nicht. Da es sich nach Meinung des Hauptgeschäftsführers bei der Datenerfassung und -nutzung um ein strategisches und politisches Steuerungsthema handle, dass die gesamte Stadtgesellschaft betreffe, müssten Kooperation und Transparenz im Mittelpunkt stehen. Es brauche Regeln für den Datenaustausch, Kompetenzen in der Kommunalverwaltung und eine entsprechende Infrastruktur, mit der Daten auch über Stadtgrenzen hinaus genutzt werden können. Dedy: “Nicht zuletzt in der Corona-Pandemie zeigt sich, dass gute politische Entscheidungen oft von guten Daten und deren intelligenter Anwendung abhängen.”

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