Öffentliche Verwaltung als Vorbild für Cyber-Sicherheit

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Superman ist ein Vorbild für viele Menschen, vor allem für Kinder. Nun schlagen Forscher/innen des Frauenhofer SIT vor, ebenfalls eine Vorbildfunktion zu etablieren: Die öffentliche Verwaltung als Musterbeispiel für gelungene Cyber-Sicherheitsstrategien. (Foto: BS/Adithya Rajeev, pixabay.com)

In einem bisher unveröffentlichten Papier hat das Fraunhofer SIT die öffentliche Verwaltung als einen Vorreiter für die Umsetzung von Cyber-Security-Maßnahmen ausgemacht. In einem gemeinsamen Forschungsprojekt mit dem hessischen Innenministerium, haben die Forschenden fünf Vs (Kriterien) durch leitfadengestützte Interviews herausstellen können.

“Bisher gilt die öffentliche Verwaltung in Deutschland nicht als Vorbild in der Cyber-Sicherheit. Andere Länder wie die Niederlande und die USA sind diesbezüglich schon viel weiter” teilte Dr. Michael Kreutzer, Autor der Studie mit. Ein Kriterium der Autor/innen stellt die Verankerung der Cyber-Sicherheit auf der höchsten Ebene dar. “Auf der zweiten operativen Ebene, hat die Cyber-Sicherheit kaum eine Chance, sich gegenüber den höher gewichteten Themen zu behaupten” so Kreutzer.

Die zweite Ebene stellt die klare Zuordnung von Verantwortlichkeiten im Rahmen der Etablierung von Governance-Strukturen dar. Unter dem dritten V wird die Vereinheitlichung von IT-Systemen und besonders deren Prozessen gefordert: “Bei homogenen IT-Systemen kann man auf jeden Fall ein Sicherheitsgewinn erreichen”, sagte Kreutzer. Als Möglichkeit nannte er den HessenPC, welches ein Programm der Hessischen Zentrale für Datenverarbeitung (HZD) ist und zur Konsolidierung und Standardisierung der IT-Arbeitsplätze in der Landesverwaltung Hessens beiträgt.

Ein weiterer Aspekt ist die Förderung zur bereichsübergreifenden Zusammenarbeit, die Vereinigung. Damit ist die Intensivierung von horizontaler und vertikaler Kooperation angestrebt, welche aktuell noch zu oft am föderalen System scheitert. Als letztes V wird die Etablierung einer Vorschlags-, Fortentwicklungs- und Fehlervermeidungskultur gefordert, um eine kontinuierliche Verbesserung des Status Quo zu erreichen. “Als Pionierstädte würden sich vor allem kleinere Kommunen und Städte eignen, bei denen die Cyber-Sicherheit aktuell noch eine eher untergeordnete Rolle spielt, beziehungsweise deren Ressourcen eine Abdeckung dieses Bereiches bisher noch nicht ausreichend ermöglicht” sagte der Wissenschaftler des Fraunhofer SIT.

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