Raketenbeschuss auf Israel

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(Foto: BS/Rafael)

Heute Nacht sind vom Libanon aus zwei Raketen unbekannter Größe auf den Norden Israels abgefeuert worden. Das meldet die Nachrichtenagentur Reuters. Personen- oder Sachschäden sind nicht bekannt. Die Urheberschaft ist noch unklar: Das israelische Militär (“Zahal”) beschuldigt eine palästinensische Gruppe, während der Außenminister, Generalleutnant a.D. Benny Gantz, die libanesische Regierung verantwortlich macht.

Eine der Raketen wurde nach Angaben eines israelischen Militärsprechers vom Abwehrsystem “Iron Dome” (Foto) der Rafael Advanced Defense Systems Ltd. abgefangen, die zweite landete demnach auf unbewohntem Gebiet. “Zahal” beschoss daraufhin als Reaktion auf den Angriff die Gegend im Libanon, von wo aus die Raketen abgefeuert wurden, mit Artillerie. Angeblich hatte das israelische Militär früher in der Nacht Waffenlager von iranischen Milizen in Syrien angegriffen.

Das israelische Militär äußert sich generell nicht zu Operationen im Ausland, d.h. es gibt stets weder eine Bestätigung noch ein Dementi. Aber die vergangenen Stunden zeigen allem Anschein nach, wie schnell sich die Gewaltspirale in Nahost innerhalb einer Nacht drehen kann: (1.) israelischer Schlag in Syrien, (2.) libanesischer Gegenschlag auf Israel und (3.) israelischer Gegenschlag auf den Libanon.

Problemfall Libanon

Das nördliche Nachbarland Israels laviert ständig am Rande eines “Failing State”. Während des langen Bürgerkriegs von 1975 bis 1990 war die Zedern-Republik sogar ein “Failed State”. Immerhin haben sich die israelischen Streitkräfte danach im Jahr 2000 aus dem Südlibanon zurückgezogen; fünf Jahre später wurden im Rahmen der sogenannten “Zedern-Revolution” auch die syrischen Besatzungstruppen abgezogen.

Die “Verschnaufpause hielt nicht lange: Im Sommer 2006 führte Israel Krieg gegen die vom fundamentalistischen Iran unterstützte Schiitischen-Miliz “Hisbollah”, die sich längst zum Staat im Staate im Libanon entwickelt hat. Seit einigen Jahren befindet sich die Zedern-Republik in einer schweren Wirtschaftskrise, die sich immer mehr auch zur politischen Krise entwickelt.

Deutsche Staatsraison

Auch wenn Berlin immerhin Luftlinie rund 3.000 Kilometer von Jerusalem entfernt liegt, ist der Nahostkonflikt hierzulande politisch präsent. In den Wahlprogrammen von CDU/CSU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP zur Bundestagswahl im September steht praktisch wortgleich: “Die Sicherheit und das Existenzrecht Israels sind Teil der deutschen Staatsräson.” Diese Aussage fehlt lediglich in den Programmen von AfD und Links-Partei, d.h. den politischen Rändern.

Bei den Solidaritätsaussagen handelt es sich nicht nur um Lippenbekenntnisse: So unterhält die Bundeswehr enge Beziehungen zu “Zahal”. Im vergangenen Jahr hat die israelische Luftwaffe erstmals an einer Übung in Deutschland teilgenommen. Das erste Mal übte die deutsche Luftwaffe 2017 in Israel.

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