Resiliente Zivilbevölkerung

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(Foto: Bundeswehr/ZOpKomBw)

Das Ehrenamt und die Hilfsbereitschaft der Menschen hat sich auch in dieser Katastrophe gezeigt. Neben der Bundeswehr waren vor allem die Freiwilligen von THW und Feuerwehren im Einsatz, um die Bevölkerung zu retten.

Als zweites Element in der Reaktionskette kamen dann die freiwilligen Helfer in den Gemeinden, welche die Unterkünfte herrichteten, Essen sowie Kleidung organisierten und die Ankömmlinge in Empfang namen. Fast zeitgleich gingen bei den Gemeinden zahlreiche Angebote für kostenlosen Wohnraum ein. So viele, dass Bonn nach nur einem Tag über 1.000 private Quartiere auf seiner Liste hatte.

Als dritten Schritt trat die Hilfsbereitschaft der Zivilbevölkerung ein. Privatpersonen sammelten Kleidung, Konserven, Hygieneartikel oder Handtücher und fuhren sie zu den Hallen, in denen die Evakuierten untergebracht waren. Oder es wurden – ebenfalls privat organisiert – Depots geschaffen, in denen diese Güter gesammelt und sortiert wurden, um dann von Bedürftigen abgeholt zu werden. Am Nürburgring etwa entstand so ein Lager, in dem die freiwilligen Helfer nun die Kleidung usw. sortieren. Die gesamten Spenden füllen hier eine ganze Lagerhalle. Ebenfalls tatkräftig hilft die Bevölkerung beim Räumen. Dieses Wochenende nutzten viele Bürger, um in den Katastrophengebieten ihre Hilfe beim Räumen von Kellern, Wohnzimmern und sonstiger Schuttbeseitigung anzubieten.

So bleibt als beruhigende Botschaft der Katastrophe, dass die Deutschen sich auf ihre Mitmenschen verlassen können. Während und nach der Krise. Diese enorme Hilfsbereitschaft würde allerdings durch eine verbesserte Koordinierung deutlich effektiver. Mangels einer entsprechenden staatlichen Stelle besteht schließlich das Risiko, dass eine Gemeinde wegen ausreichender Kräfte oder Mittel vielleicht Hilfe ablehnt, die in der Nachbargemeinde dringend benötigt würde. Es liegt am Staat, das ganze Potential zu nutzen.

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