Kreisverwaltung ersucht Bundeswehr um Hilfe für IT-Wiederaufbau

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Bisher gibt es keine ehrenamtliche Hilfsorganisation für IT-Sicherheitsvorfälle. Die AG-KRITIS schlägt jetzt ein Cyber-Hilfswerk (CHW) vor, welches z.B. bei Hack-Attacken intervenieren kann. (Foto: Bundeswehr/Jane Schmidt)

Der Landkreis Anhalt-Bitterfeld hat nach dem Ransomware-Angriff die Bundeswehr um Hilfe beim Wiederaufbau der technischen Infrastruktur gebeten. Bereits am Montag sei der Antrag von der Kreisverwaltung gestellt worden. Eine Rückmeldung ist bisher nicht erfolgt, wird aber in wenigen Tagen erwartet.

Jede der 900 abgeschalteten Computer muss nun neu konfiguriert werden. Nur mit den IT-Mitarbeiter/innen der Kreisverwaltung ist dies schwer zu bewerkstelligen, teilte ein Landkreissprecher mit.

Seit der letzten Woche ist die Kreisverwaltung dank eines Notfallsystems wieder eingeschränkt arbeitsfähig. Auch dank externer Hilfe sind einige Dienstleistungen wie Vormundschaft, Betreuungsbehörde, Wohngeld, Eingliederungshilfe, Hilfe zur Pflege, Blindenhilfe, BaföG und Vergaben wieder verfügbar. Problematisch ist weiter die KfZ-Zulassung. Hier ruht der Betrieb aktuell und stellt auch die Autohäuser in der Region vor Probleme, da die ihre Kraftfahrzeuge aktuell nicht ausliefern können.

Die AG-Kritis bemängelt, dass bisher für diese Art von IT-Sicherheitsvorfällen keine ehrenamtliche Organisation gegründet wurde. Aus diesem Grund strebt sie daher die Schaffung eines Cyber-Hilfswerks (CHW) an. Das „Konzept zur Steigerung der Bewältigungskapazitäten in Cyber-Großschadenslagen“ wurde bereits auf der Defensive-Con in Berlin vorgestellt. Das Ziel des Hilfswerks soll es sein, “kurzfristig auf Großschadenslagen zu reagieren und vor Ort an relevanten IT- und OT-Systemen Hilfe zu leisten. Primäre Zielsetzung ist dabei immer der Schutz der Bevölkerung vor den Auswirkungen von Ausfällen oder Einschränkungen der Kritischen Infrastruktur bzw. ihrer kritischen Versorgungsdienstleistung” wie aus einem Konzeptpapier der AG-KRITIS hervorgeht.

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