Deutsche Fregatte läuft in Indo-Pazifik aus

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(Foto: BS/NATO, Laura Hasenkamp)

Die Bundeswehr-Fregatte “Bayern” (Foto) soll am kommenden Montag im Rahmen ihres “Indo-Pacific Deployment” in Richtung Fernost auslaufen, während aktuell zahlreiche maritime Aktivitäten unterschiedlicher Seestreitkräfte im Südchinesischen Meer und in der Taiwan-Straße stattfinden.

Die Mission der “Bayern” ist für sieben Monate geplant. Die Route des deutschen Kriegsschiffes verläuft durch das Mittelmeer und den Suezkanal über den Indischen Ozean bis nach Australien sowie Süd- und Nordostasien. Unterwegs sind Übungen mit den Partner-Seestreitkräften von Australien, Singapur, Japan und den USA vorgesehen. Die deutsche Fregatte wird dabei auch sogenannte “Formal Visits”, d.h. Hafenbesuche auf höchster diplomatischer Ebene, absolvieren

Mit der Entsendung der Fregatte ins Südchinesische Meer will die Bundesregierung ihre im vergangenen Jahr veröffentlichten Leitlinien zum Indo-Pazifik unterstreichen. Die Region ist auch für Deutschland von strategischer Bedeutung. “Eine stärkere verteidigungs- und sicherheitspolitische Zusammenarbeit” so Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer im vergangenen Jahr, “füllt den für uns so wichtigen Multilateralismus mit Leben und stärkt die Partnerschaft zu Freunden in Australien, Japan, Südkorea und Singapur.” Weiter führte die Ressortchefin im März dieses Jahres aus: “Unser Wohlstand wird global erwirtschaftet. Was in Asien passiert, hat direkte Folgen für uns. Ich freue mich, dass wir mit unserem Schiff vor Ort Flagge zeigen.”

Maritime Aktivitäten in Fernost

Während sich die deutsche Marine erst kommende Woche auf den Weg in Richtung Südchinesisches Meer machen wird, ist die Royal Navy bereits vor Ort aktiv. Eine britische Trägerkampfgruppe rund um die “HMS Queen Elisabeth” führt aktuell dort ein Seemanöver durch. Laut dem Londoner Verteidigungsministerium handelt es sich dabei um die “größte Konzentration von See- und Luftmacht, die sich seit einer Generation vom Vereinigten Königreich aus auf den Weg gemacht” habe.

An Bord des britischen Flugzeugträgers befinden sich unter anderem zehn Tarnkappen-Kampfflugzeuge vom Typ Lockheed Martin F-35B “Lightning II” des U.S. Marine Corps. Auch ein US-Zerstörer und eine niederländische Fregatte zählen zu dieser Trägerkampfgruppe. Vor zwei Monaten hatte dieser Großverband Großbritannien verlassen und soll sich im Herbst auf den Rückweg begeben. Dessen weitester Anlaufpunkt wird Südkorea sein.

In dieser Woche nannte US-Verteidigungsminister Lloyd Austin während eines Aufenthalts in Singapur die Verlegung der unter britischer Führung stehenden Trägerkampfgruppe “historisch”. Außerdem bezeichnete er den Anspruch des “Reiches der Mitte” auf den größten Teil des Südchinesischen Meeres als “illegitim”. Gerade wegen dieses Anspruches ist auch die Volksbefreiungsarmee in diesem Seegebiet stets präsent und aktiv.

Unterdessen hat ebenfalls diese Woche der US-Lenkwaffenzerstörer “USS Benfold” die Taiwan-Straße zwischen dem Ost- und dem Südchinesischen Meer passiert – sehr zum Missfallen der Staats- und Parteiführung in Peking. Dies war in diesem Jahr bereits der siebente Transit eines US-Kriegsschiffes zwischen den Küsten der Volksrepublik China und der Republik China auf Taiwan.

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