EU setzt auf Quantenkommunikation

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Die EU will sensible Kommunikation in Verwaltung und Kritischen Infrastrukturen künfitg mit Quantentechnologie absichern. (Foto: geralt, www.pixabay.com)

Die Europäische Union will eine hochsichere und Infrastruktur für die Kommunikation einrichten. Basis sind Quantenkryptografie und quantenbasierte Übertragungssysteme. Damit wäre technisch ausgeschlossen, dass Dritte bei der Kommunikation mithören können. Die Initiative baut auf die Vernetzung leistungsfähiger nationaler Infrastrukturen.

Die EU-Mitgliedstaaten haben sich verpflichtet, eine gemeine Quantenkommunikationsinfrastruktur aufzubauen. Die European Quantum Communication Infrastructure Initiative (EuroQCI) soll gemeinsam mit der Europäischen Kommission und der der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) entstehen. Der EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton betonte die herausragende Rolle der Cyber-Sicherheit für die digitale Souveränität der EU. EuroQCI sei eine “Schlüsselkomponente unserer bevorstehenden Initiative für sichere Konnektivität, die allen Europäerinnen und Europäern den Zugang zu geschützten, zuverlässigen Kommunikationsdiensten ermöglichen wird.” Gemeint ist ein satellitengestütztes System, das überall in Europa Hochgeschwindigkeits-Breitbandverbindungen bereitstellen soll. EuroQCI stellt in dem Rahmen eine hochsichere Kommunikationskomponente für sensible Kommunikation in der Verwaltung und zum Schutz Kritischer Infrastrukturen dar. EU-Institutionen, Gemeinden und Botschaften aber auch Krankenhäuser und Energienetzbetreiber sollen für die Datenübertragung untereinander auf Verschlüsselung nach dem Prinzip der Quantenschlüsselverteilung zurückgreifen.

Nachweisbar sicher

Die Methode macht sich die Eigenschaft von Quantenteilchen zunutze, dass sie nicht unbemerkt vermessen oder kopiert werden können. So lassen sich zwei Schlüssel erzeugen, die garantiert nur Sender und Empfänger bekannt sind. Ein Abhören oder eine Manipulation durch einen Angreifer gelten als unmöglich. Einige der heute verwendeten Verschlüsselungsverfahren können prinzipiell geknackt werden, nur reicht die bisher verfügbare Leistung von Rechnern dafür nicht aus. Doch das wird sich in absehbarer Zeit mit der Einführung von Quantencomputern ändern.

Voll funktionsfähig soll das EuroQCI bis 2027 sein. Zunächst liegt der Fokus auf dem Ausbau erster nationaler und grenzüberschreitender Netze. Zudem soll eine Test- und Zertifizierungsstruktur aufgebaut werden.

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