Deutsche Panzer nach Litauen

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Der Einweiser koordiniert das Befahren der Bahnwaggons durch die Kampfpanzer per Handzeichen. (Foto: BS/Bundeswehr, Andreas Dressler)

Wieder macht sich die Bundeswehr auf den Weg nach Litauen. Schließlich hat Deutschland die Führung der EFP-“Battlegroup” in dem baltischen Land inne. Anfang 2017 hatte die NATO mit der Verlegung von Soldaten nach Polen und ins Baltikum im Rahmen der Mission “Enhanced Forward Presence” (EFP) begonnen. Sie dient der Sicherung der osteuropäischen Staaten und der Abschreckung von russischen Bedrohungen des Bündnisgebietes.

Der Brückenlegepanzer “Leguan” des Panzerpionierbataillons 130 aus dem nordrhein-westfälischen Minden und die Kampfpanzer “Leopard 2” des Panzerbataillons 414 wurden nun in Bergen per Rampe auf Waggons der Deutschen Bahn verladen. Oberste Sicherheitsregel: Der Einweiser steht niemals auf demselben Waggon wie der rollende Panzer. Danach kontrollieren Bahnmitarbeiter genau, ob die Panzer auch sicher stehen. Fahrzeuge verzurren und die Ladung sichern sind die letzten Tätigkeiten der Panzerbesatzungen.

Zuvor hatte ein Schwerlasttransporter den Brückenlegepanzer aus Minden in die Niedersachsen-Kaserne in Bergen gebracht. Der “Leguan” wird in Litauen in der 10. Rotation der “Enhanced Forward Presence Rotation Battlegroup” gebraucht. Der Brückenleger verstärkt den Leitverband des in Bergen stationierten Panzerbataillons 414. Bis nach Litauen sind es rund 1.000 Bahnkilometer.

NATO EFP

Die Mitgliedstaaten reagieren mit der “verstärkten Vornepräsenz” auf die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Russland im März 2014 und die seither fortgesetzte Destabilisierung der Ukraine. Mehr als 3.500 Soldaten der Bundeswehr haben sich bisher an dem multinational zusammengesetzten Kampfverband beteiligt. Aktuell befinden sich rund 500 Bundeswehr-Angehörige bei EFP.

Die vier multinationalen EFP-Gefechtsverbände bestehen aus jeweils rund 1.000 Soldaten, welche die Streitkräfte der Gastländer verstärken. Ausbildung, Training und Abschreckung bilden den Kernauftrag der Kampfverbände. Die Zusammensetzung der “Battlegroups” variiert und erfolgt in Abstimmung mit der Gastgebernation. Polen und die baltischen Staaten bilden jeweils den Kern der multinationalen Kampfverbände. Jeder dieser Verbände wird von einer Rahmennation geführt. Diese Aufgabe haben Großbritannien für Estland, Kanada für Lettland, die USA für Polen und Deutschland für Litauen übernommen. Die Bundeswehr verlegt seit Januar 2017 Truppenangehörige in den Militärstandort Rukla, rund 100 Kilometer nordwestlich der Hauptstadt Vilnius.

Das militärische Personal rotiert als regelmäßiges Ereignis bei EFP im halbjährlichen Rhythmus, da die NATO-Russland-Grundakte keine dauerhafte Stationierung verbündeter Truppen in Osteuropa erlaubt. Die Atlantische Allianz setzt nämlich weiterhin auf eine doppelte Strategie: Abschreckung, aber keine Konfrontation. Der Dialog mit Russland bleibt nach eigenem Bekunden für das NATO-Bündnis zentral.

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