Ausbau der deutschen Atmosphärenforschung

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Der Deutsche Wetterdienst (DWD) beteiligt sich maßgeblich am Ausbau der deutschen Atmosphärenforschung. (Foto: BS/DWD)

Die Bundesrepublik erhält eine neue Infrastruktur zur Erforschung von Feinstaubpartikeln, Wolken und Spurengasen. Verteilt auf elf Einrichtungen wird dieser deutsche Beitrag zur EU-Forschungsinfrastruktur ACTRIS in Zukunft bessere Vorhersagen für Luftqualität, Wetter und Klima ermöglichen. Am deutschen Beitrag (ACTRIS-D) beteiligen sich verschiedene Akteure der Atmosphärenforschung, darunter der Deutsche Wetterdienst (DWD), Universitäten und Forschungseinrichtungen.

Koordiniert wird der deutsche Teil durch das Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) in Leipzig. Die neue Forschungsinfrastruktur wir Daten zu den kurzlebigen atmosphärischen Bestandteilen der Atmosphäre vom Boden bis in die Stratosphäre liefern. Sie wird helfen, die Unsicherheiten in der Vorhersage des künftigen Klimas zu reduzieren, das Wissen über Klima-Rückkopplungsmechanismen zu verbessern und Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität sowie deren Auswirkungen auf Gesundheit und Ökosysteme zu bewerten. Der DWD beteiligt sich unter anderem mit seinem Meteorologischen Observatorium Hohenpeißenberg (MOHp). Dessen Leiter Dr. Christian Plaß-Dülmer meint: “Die Zukunft liegt in der Bündelung der europäischen Aktivitäten rund um die Erfassung der Klimaveränderungen.

Die paneuropäische Initiative ACTRIS befindet sich seit 2016 auf der europäischen Roadmap für Forschungsinfrastrukturen. Ab dem kommenden Jahr soll sie als “European Research Infrastructure Consortium” (ERIC) ihre langfristige Arbeit aufnehmen. Der deutsche Beitrag ACTRIS-D wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zunächst mit insgesamt fast 75 Millionen Euro gefördert. Mit diesen Mitten werden in den kommenden fünf Jahren zahlreiche feste und mobile Messstationen sowie Labore und Simulationskammern ausgebaut oder neu errichtet. Eine weitere Förderphase zum vollständigen Aufbau von ACTRIS-D mit einer BMBF-Förderung von etwa elf Millionen Euro ist für die Zeitspanne von 2026 bis 2029 vorgesehen. Den langfristigen Betrieb von Serviceeinrichtungen finanziert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU).

An ACTRIS-D beteiligen sich neben dem DWD unter anderem das Alfred-Wegener-Institut (AWI), die Bergische Universität Wuppertal, die Universität Frankfurt am Main, das Umweltbundesamt und das Karlsruher Institut für Technologie.

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