Wolski meint

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Generalmajor a. D. Reinhard Wolski, Dipl.-Ing. (Univ.), ist Experte des Behörden Spiegel und war in seiner letzten Verwendung Chef des Amtes für Heeresentwicklung. (Foto: privat)

(BS) “For operational security purposes we are not able to announce when a ceremony will take place. We will look to capture it in a dignified manner which reflect highly upon the many nations who have served with us over the past 20 years.” O-Ton Spokesman “Resolute Support” aus Kabul am 1. Juli 2021. Die Entwicklung ist jetzt mit fatalen Folgen anders gelaufen. 

Zwanzig Jahre hat die militärische Koalition Afghanistan erfolgreich stabilisiert. Wie erfolgreich das trotz oftmals sehr eingeschränkter internationaler und deutscher Einsatzregeln war, zeigt sich jetzt, wo die Truppe – auch auf Grund einer sehr ungeschickten amerikanischen Entscheidung – abgezogen worden ist. Und die militärischen Kräfte jetzt “last minute” mal wieder kompensieren müssen, was die politischen Führungen seit 20 Jahren nicht hinbekommen haben. Denn: Die politisch gravierenden Fehler begannen schon im Jahr 2013/2014 beim Übergang von ISAF-zu “Resolute Support”: Zuwenig Kräfte (etliche Nationen zogen ihre Kontingente einfach ab), Obergrenzen wurden politisch, nicht militärisch festgelegt, und ein Aspekt wurde zunehmend klarer: Die über 50 Staaten, die Truppen entsandten, um die Lage zu stabilisieren, haben – einschließlich Deutschlands – wieder einmal zu wenig getan, um die “zivile Kampagne” für Afghanistan aufzubauen, zu organisieren und zu begleiten.  Man hat einfach keine Spezialisten geschickt. Deshalb politisch, nicht militärisch: “Mission Failure”.

Berichterstattung des Behörden Spiegel zur Evakuierungsmission:

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